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Neue Zahlen des Robert-Koch-Instituts

Deutschland meldet mehr HIV-Neudiagnosen


In den letzten Jahr stieg die Zahl der in Deutschland gemeldeten Neudiagnosen an (Bild: RKI)

  • 6. Juli 2015, 14:38h 148 3 Min.

Mehr als 3.500 Neudiagnosen wurden im Jahr 2014 gezählt – die meisten neuen Fälle entfallen nach wie vor auf Männer, die Sex mit Männern haben.

Das Robert-Koch-Institut hat am Montag in seinem neu erschienenen "Epidemiologischen Bulletin" (PDF) einen erneuten Anstieg der HIV-Neudiagnosen gemeldet. Insgesamt wurden in den 16 Bundesländern vergangenes Jahr 3.525 neue Fälle gemeldet. Das sind 237 mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg liegt damit bei sieben Prozent.

Insgesamt entfielen 1.904 Neudiagnosen auf die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Das bedeutet einen Anstieg von 152 Fällen oder neun Prozent. Mit einem Anteil von 68 Prozent (bei allen Fällen mit einem bekannten Übertragungsweg) stellen MSM weiterhin mit Abstand die größte Gruppe unter den Neudiagnosen dar.

Mehr Fälle durch Hetero-Sex gemeldet

Allerdings fiel dieses Jahr der Anstieg bei Übertragung durch Hetero-Sex höher aus: Hier wurden 780 Fälle gemeldet, 182 mehr als im Vorjahr. Das bedeutet ein Plus von 30 Prozent. Hinzu kommen 111 Fälle von Übertragung durch intravenösen Drogenkonsum sowie 25 Fälle von Mutter-Kind-Übertragung.

Der Anstieg durch heterosexuellen Sex wird vor allem auf steigende Einwanderungs- bzw. Flüchtlingszahlen aus Ländern mit einer hohen Quote an HIV-Positiven zurückgeführt. Die meisten neuen Fälle wurden in Nordrhein-Westfalen gemeldet (768), gefolgt von Bayern (596) und Berlin (443). Die wenigsten Neudiagnosen gab es im Saarland (35), in Thüringen (42) und Bremen (45).

Pro Einwohner gab es dagegen die meisten Neudiagnosen in den Stadtstaaten: Hier liegt Berlin vor Hamburg und Bremen. Auf Platz vier und fünf folgen die Flächenstaaten Bayern und NRW. Die sogenannte Inzidenz lag in Thüringen, Niedersachsen und Brandenburg am niedrigsten.

Die Übertragung fand in einem Viertel aller neu diagnostizierten HIV-Fälle im Ausland statt. Bei MSM war diese Rate aber weitaus geringer: So fanden nur acht Prozent aller neudiagnostizierten Übertragungen durch schwulen Sex im Ausland statt – bei MSM mit deutscher Herkunft lag die Rate sogar nur bei zwei Prozent.

Das RKI betont, dass der gemessene Anstieg nicht unbedingt einen wirklicher Anstieg der Infektionszahlen bedeuten müsse: "Ein Teil des Anstiegs der HIV-Neudiagnosen mag durch vermehrte Recherchen und vollständiger ausgefüllte Meldebögen erklärbar sein. Vermehrte Testung könnte ebenso eine Erklärung sein, Daten zur bundesweiten Beurteilung von HIV-Testhäufigkeit liegen nicht vor", heißt es in dem Bericht.

"Realer" Anstieg in drei Bundesländern

Allerdings gebe es bei der MSM-Gruppe mindestens in drei Bundesländern einen "realen" Anstieg: "Die Zunahme der Zahl der Neudiagnosen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen ist [durch bessere Erfassung] allein aber nicht erklärbar. Zumindest in diesen drei Bundesländern nahm die Zahl der HIV-Neudiagnosen bei MSM real zu."

Auch wenn die Neudiagnosen zuletzt gestiegen sind, gehört Deutschland immer noch zu den Ländern mit den wenigsten neuen Fällen, was auch auf eine gute deutsche Präventionsarbeit zurückgeführt wird. So sind in den letzten Jahren beispielsweise in Frankreich oder Großbritannien jeweils rund doppelt so viele neue Fälle gemeldet worden, obwohl in den beiden Ländern jeweils 20 Millionen weniger Menschen wohnen als hierzulande. (dk)

-w-

#1 schwTaAnonym
  • 06.07.2015, 16:50h

  • Es geht mir nicht in den Kopf, warum sich Unsereins überhaupt noch anstecken muss. Schalten die beim Sex die Großhirnrinde vollständig aus? Haben die Jahrzehnte der Aufklärung wirklich nichs gebracht? Ich verstehe das nicht...
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#2 So WhatAnonym
  • 06.07.2015, 17:13h
  • Antwort auf #1 von schwTa

  • Schwieriges Thema. Einerseits besteht ein deutlicher Unterschied zur einer Infektion noch von vor 20 Jahren und man kann mit einer "eine Pille pro Tag" ART ziemlich gut leben. Andererseits ist das Thema dadurch immer weniger präsent. Wer weiß z.B. schon, welche seiner Bekannten positiv sind? In den seltensten Fällen spricht man drüber und HIV wird zu einem Thema, das weit weg ist. Das führt zu einer ziemlich naiven Sorglosigkeit und zu vielen Kerlen, die als Late-Presenter aus allen Wolken fallen und sich vorher durchaus dann unwissentlich selbst als Verbreiter betätigt haben. Das sollte eine Warnung sein, die Aufklärungskampagnen weiter zurückzufahren.
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#3 seb1983
  • 06.07.2015, 17:20h
  • Antwort auf #1 von schwTa
  • Da kommt einiges bei Männern zusammen was am Ende dann zu einer um Jahre geringeren Lebenserwartung führt als bei Frauen und sich eben auch bei HIV durchzieht.
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