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Mann verhaftet
Transphober Übergriff in Berlin

Die Polizei konnte einen Täter stellen (Bild: flickr / Maik Meid / by 2.0)
- 8. Juli 2015, 10:56h 2 Min.
Zwei Transsexuelle sind in Berlin-Lankwitz von einem Mann und einer Frau transphob beleidigt und mit brühendem Kaffee übergossen worden.
Im südwestlich gelegenen Berliner Stadtteil Lankwitz ist am Dienstagnachmittag ein transsexuelles Pärchen von einem Hetero-Paar beleidigt und angegriffen worden, teilte die Berliner Polizei mit. Einer der Täter wurden später festgenommen.
Der Vorfall ereignete sich gegen 17.20 Uhr in einem Lokal in der Kaiser-Wilhelm-Straße. Demnach sind die 21 und 25 Jahre alten transsexuellen Frauen zunächst von einer 38-jährigen Frau beleidigt worden, die den beiden vorwarf, ihren männlichen 33-jährigen Partner zu lange angeschaut zu haben.
Später habe sich auch der Mann den Beleidigungen angeschlossen, die speziell auf die Geschlechtsidentität der Transsexuellen abgezielt habe ("Ihr Transen"). Zudem sollen beide Täter den Angegriffenen frisch gebrühten Kaffee ins Gesicht geschüttet haben.
Identität der Täter festgestellt, Mann festgenommen
Noch vor dem Eintreffen der alarmierten Polizisten entkamen die beiden Täter zunächst. Durch einen Zeugen konnte die Polizei die Identität der Frau sowie ihres Begleiters ausfindig machen. Der 33-Jährige wurde kurz darauf in seiner Wohnung angetroffen. Eine Überprüfung seiner Personalien ergab, dass er wegen Diebstahls und einer noch offenen, mehrmonatigen Haftstrafe gesucht wurde. Die Beamten nahmen ihn daraufhin sofort fest und überstellten ihn den Justizbehörden.
Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernommen. Die beiden Angegriffenen haben nach der Tat auf eine ärztliche Behandlung verzichtet.
In der Pressemitteilung der Polizei wurden die Opfer als Männer bezeichnet. Die Polizei sagte auf Anfrage, dass es sich um transsexuelle Frauen gehandelt habe, die in Frauenkleidern im Lokal saßen. Sie seien aber in ihren Papieren noch als Männer gemeldet.
Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo hat erst im Mai in seinem Jahresbericht beklagt, dass die LGBT-feindlichen Übergriffe in der Bundeshauptstadt "auf gleichbleibend hohem Niveau" verharrten (queer.de berichtete). (pm/dk)














