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Gleichstellung
Jersey plant Ehe-Öffnung bis 2017
- 15. Juli 2015, 06:59h 2 Min.

Chief Minister Ian Gorst möchte Schwule und Lesben binnen 16 Monaten gleichstellen
Die Regierung in Jersey plant die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben.
Regierungschef Ian Gorst hat nach einem Bericht der BBC angekündigt, dass ein dementsprechendes Gesetz im September im Parlament beraten werden soll. Wenn es keine Komplikationen gibt, könnten gleichgeschlechtliche Paare dann bis spätestens Januar 2017 heiraten.
Wie in Großbritannien sollen Schwule und Lesben die gleichen Ehe-Rechte erhalten wie heterosexuelle Paare. Ehen könnten demnach in Standesämtern oder in Kirchen geschlossen werden, sofern die Glaubensgemeinschaft dies beschließt. Das Gesetz soll aber Kirchen nicht zwingen, die gleichgeschlechtliche Ehe anzuerkennen.
Eingetragene Lebenspartnerschaften, die auf der Insel seit 2012 angeboten werden, sollen demnach auf Antrag in eine Ehe umgewandelt werden.
Jersey ist mit 100.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Insel der Kanalinseln. Sie ist als britischer Kronbesitz politisch weder Teil des Vereinigten Königreichs noch der Europäischen Union.
In den vergangenen 25 Jahren hat sich die rechtliche Situation von Schwulen und Lesben auf der Insel drastisch verbessert: Bis 1990 waren homosexuelle Handlungen noch formal illegal, bis 2006 lag das Schutzalter für Homosexuelle höher als für Heterosexuelle. Mit der Einführung der Lebenspartnerschaft 2012 erhielten gleichgeschlechtliche Paaren auch das gemeinschaftliche Adoptionsrecht. Außerdem haben Lesben seither Zugang zu künstlicher Befruchtung. Im Juni diesen Jahres hat Jersey außerdem umfassende Antidiskriminierungsgesetze im Arbeitsrecht und beim Zugang zu Dienstleistungen beschlossen.
Auch in Guernsey, mit 65.000 Einwohnern die zweitbevölkerungsreichste Insel der Kanalinseln, wird über die Ehe-Öffnung debattiert. (dk)










