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Gesundheit
Wissen schützt – auch bei Hepatitis C

Für den Anstieg von HCV-Infektionen unter schwulen Männern ist u.a. das sogenannte Slammen verantwortlich – das Spritzen von Crystal Meth (Bild: Out Front / flickr / by-sa 2.0)
- 1. August 2015, 08:13h 3 Min.
Fehlendes Wissen zu Hepatitis C erhöht nicht nur das Risiko, sich selbst anzustecken, sondern sorgt auch für Vorurteile und Ausgrenzung von Betroffenen.
Hepatitis C – was geht mich das an? Das fragen sich auch heute noch viele schwule Männer. Und wie macht sich diese Krankheit überhaupt bemerkbar? Das Wissen in der Gay Community zu Hepatitis C ist noch immer gering. Und das, obwohl sich in den letzten Jahren immer mehr Männer beim Sex mit Männern infizieren.
Hepatitis C ist eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) ausgelöst wird und ohne Behandlung zu schweren Leberschäden führen kann. Das Gefährliche ist, dass die meisten Infizierten keinerlei Symptome zeigen. Es gibt auch keine Schutzimpfung, selbst eine erfolgreiche ärztliche Behandlung schützt nicht vor einer weiteren Ansteckung.
Kleinste Blutspuren können zu einer Infektion führen
Übertragen wird HCV durch Blut. Auch kleinste Blutspuren, die vielleicht gar nicht sichtbar sind, können zu einer Infektion führen. Hepatitis C wird vor allem bei HIV-positiven Männern festgestellt, die Sex mit Männern haben. Als einfache Schutzregel gilt: Ob beim Ficken oder Fisten – keine Spielzeuge teilen!
Einer weiterer Auslöser für den Anstieg der Infektionen mit HCV ist der zunehmende Gebrauch von "Chems", also Drogen, die vor allem deshalb genommen werden, um das Erleben beim Sex zu steigern. Neben dem Sniefen und Rauchen wird Crystal Meth häufig intravenös gespritzt. Nicht immer wird jedoch beim "Slammen", wie das Spritzen von Drogen in der Szene genannt wird, auf saubere Nadeln geachtet.
Während die medizinische Behandlung der Hepatits C früher oft länger als ein Jahr dauerte, nebenwirkungsreich und nicht immer erfolgreich war, stehen seit vergangenem Jahr neue Medikamente zur Verfügung, mit denen man fast alle Infektionen in wenigen Wochen heilen kann. Dieses Wissen hat sich noch immer nicht überall herumgesprochen.
Informiere dich über Hepatitis C!
Fehlende Aufklärung über Hepatitis C erhöht nicht nur das Risiko, sich selbst anzustecken, sondern sorgt auch für Vorurteile und Ausgrenzung von Menschen, die eine Hepatitis C haben. Die Stigmatisierung und Diskriminierung von Betroffenen ist auch in der schwulen Szene noch einmal wesentlich stärker ausgeprägt als die von Menschen, die HIV-infiziert sind. Aus Angst vor Ablehnung ist es für sie sehr schwer, offen mit ihrer Infektion umzugehen und darüber zu reden. Wissen wirkt gegen Ausgrenzung und hilft, sich selbst und seine Partner zu schützen.
Einen umfangreichen Überblick über Hepatitis C, vermittelt darüber hinaus die Serviceseite abbvie-care.de. Es wird erklärt, bei welchen körperlichen Symptomen man einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen sollte, wie ein Hepatitis-C-Test funktioniert, welche Phasen eine Erkrankung durchlaufen kann und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Eine Suchfunktion hilft dabei, Ärzte, Praxen und Kliniken vor Ort zu finden, bei denen man mit einer HCV-Infektion in besten Händen ist.
Auch die Kampagne "Ich weiß was ich tu" (IWWIT) der Deutschen Aids-Hilfe informiert schwule Männer ausführlich über HCV und gibt wichtige Tipps. (cw)
Links zum Thema:
» Wissen zu Hepatitis C und Sexualität














