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Johanna Uekermann, Jahrgang 1987, ist seit Dezember 2013 Bundesvorsitzende der Jusos (Bild: Tobias Pietsch)

  • 6. August 2015, 10:49h 31 2 Min.

Die Vorsitzende der Jungsozialisten, Johanna Uekermann, hat SPD-Chef Gabriel dazu aufgefordert, bei der Ehe für alle auf die Koalitionsdisziplin zu pfeifen.

Der Druck auf die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, die nächste Abstimmung über die Öffnung der Ehe für lesbische und schwule Paare zu einer reinen Gewissensentscheidung zu machen, die nicht dem Koalitionszwang unterliegt, wächst langsam. Am Mittwoch hat Johanna Uekermann, die Vorsitzende der Jungsozialisten, SPD-Parteichef Sigmar Gabriel aufgefordert, noch in dieser Legislaturperiode die Ehe für alle zusammen mit den Grünen und der Linkspartei durchzusetzen.

"Eine Mehrheit ohne die Union gibt es längst", sagte die Jusos-Chefin in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt". "Die SPD sollte diese rot-rot-grüne Mehrheit für ihre politische Agenda auch nutzen. Aus meiner Sicht spricht alles dafür, dass sich Thomas Oppermann jetzt mit den Fraktionsspitzen von Linke und Grünen zusammensetzt und wir Projekte wie die Ehe für alle noch in dieser Legislaturperiode umsetzen."

Merkels Nein zur Ehe für alle sei "kurzsichtig"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mache einen "schlechten Job", sagte Uekermann. "Merkels Attacken auf Athen und ihr dogmatisches Nein zur Ehe für alle sind nur zwei Beispiele ihrer kurzsichtigen Politik." Die SPD könne bei der Bundestagswahl 2017 "locker 30 Prozent schaffen, wenn wir eine neue sozialdemokratische Vision entwickeln", so die Vorsitzende des Parteinachwuchses. "An diesem Ergebnis sollte sich der Vorsitzende orientieren."

Eine freie Abstimmung im Deutschen Bundestag über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare hatte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Christine Lüders, bereits im Mai vorgeschlagen (queer.de berichtete). Als einziger Bundestagsabgeordneter einer Regierungsfraktion hat sich bislang jedoch nur der bayerische SPD-Politiker Karl-Heinz Brunner öffentlich festgelegt, notfalls auch gegen die CDU für eine Gleichstellung zu stimmen. Dafür erhielt er im vergangenen Monat einen "Homo-Orden" von queer.de (queer.de berichtete). (mize)

-w-

#1 Markus44Anonym
  • 06.08.2015, 13:13h
  • Wenn man den SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs schreibt, dann bekommt man die Antwort, das "allein" die Kanzlerin "die Macht habe", die Entscheidung im Bundestag freizugeben und die Koalitionsdisziplin aufzuheben.

    Ein sehr seltames Verständnis von Koalitionsdisziplin, die Herr Kahrs hier offenbart.

    Durchaus kann die SPD-Fraktion um Thomas Oppermann mit der CDU-Spitze über dies Thema erneut jetzt reden und fordern, das die Entscheidung zur Abstimmung wegen Gewissensgründen freizugeben sei.
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#2 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 06.08.2015, 13:35h
  • Antwort auf #1 von Markus44
  • Selbst der innerhalb der SPD als konservativ geltende Kahrs sprach sich längst für eine Freigabe der Abstimmung als fraktionszwangsfreie Gewissensentscheidung aus.
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#3 BorchiAnonym
  • 06.08.2015, 13:37h
  • Andrea Nahles und Manuela Schwesig haben auch noch kurz vor Verabschiedung des Koalitionsvertrags behauptet, sie würden keinem Koalitionsvertrag zustimmen, der uns nicht vollkommen gleichstellt. Und dass sie in dieser Frage notfalls mit der Opposition abstimmen werden.

    Aber dann haben sie sich mit Ministersesseln kaufen lassen und plötzlich war das alles vergessen. Da zu diesen Zeitpunkt der Koalitionsvertrag längst feststand, hatten diese Äußerungen wahrscheinlich von Anfang an nur den Zweck sich so hohe Posten zu sichern...

    Insofern bin ich bei der SPD immer sehr skeptisch, was die wahren Gründe sind und was dann wirklich übrig bleibt. Und höre gar nicht mehr auf die diversen Äußerungen aus SPD-Reihen, sondern gucke nur noch auf reale Taten.
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