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Vorschlag des Handelsministeriums
Russland will Einfuhr westlicher Kondome stoppen

Jetzt hat die Auseinandersetzung zwischen Russland und Europa auch Verhütungsmittel erreicht (Bild: flickr / Tomizak / by 2.0)
- 6. August 2015, 11:07h 2 Min.
Trotz der hohen HIV-Infektionszahlen will die Putin-Regierung offenbar den Zugang zu Kondomen einschränken.
Das russische Handelsministerium hat am Dienstag vorgeschlagen, die Einfuhr von Kondomen und anderen medizinischen Gütern wie Einmalhandschuhen aus westlichen Ländern zu stoppen. Der Schritt sei eine Antwort auf Sanktionen des Westens, die nach der Annexion der Krim im vergangenen Jahr beschlossen worden waren.
Die Initiative könnte zu einem weiteren Anstieg der HIV-Infektionen führen. Im vergangenen Jahr gab es in Russland nach Angaben der nationalen Aids-Behörde 90.000 Neuinfektionen in Russland – verglichen mit 3.000 in Deutschland. Im Mai hatte die Behörde vor einem Anstieg gewarnt und geschätzt, dass sich die Zahl der HIV-Positiven binnen fünf Jahren auf zwei Millionen Menschen verdoppelt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im vergangenen Jahr außerdem davor gewarnt, dass das Gesetz gegen Homo-"Propaganada" – ebenso wie die repressiven Drogengesetze – eine wirkungsvolle Präventionspolitik verhindere.
Politiker träumen von mehr russischen Kindern

"Wir finden einen Weg. Wir packen Kondome einfach anders ein", schreibt ein Twitter-User
Russische Politiker sehen sogar positive Effekte im Handelskrieg um die Verhüterli. Gennadij Onischenko, der Berater von Ministerpräsident Dmitri Medwedew und früherer Chef der obersten Gesundheitsbehörde des Landes, erklärte am Mittwoch laut RIA Nowosti, dass durch Sex ohne Kondome mehr Kinder geboren werden – und so die "demografischen Probleme" des Landes gelöst werden könnten.
Auf einheimische Kondome könnten sich die Bürger nicht verlassen, erklärte unterdessen die Chefin des Verbandes der russischen Pharma-Industrie, Jeljena Njewolina, gegenüber der Online-Zeitung gazeta.ru. In Russland produzierte Präservative seien von minderer Qualität. "Kondome waren immer sehr gefragt in unserem Land und Käufer haben immer importierte Produkte bevorzugt", so Njewolina.
Unterdessen machen sich auf Twitter viele Bürger über das geplante Verbot lustig. Ein Nutzer schrieb etwa: "Wenn ihr Rauch seht und brennendes Gummi riecht, ruft nicht die Feuerwehr: Eure Nachbarn benutzen wahrscheinlich nur russische Kondome." (dk)















Nicht nur mehr Kinder wären die Folge eines Importstopps westlicher Kondome, sondern auch eine Erhöhung von HIV-Neuansteckungen.
Und wer ist in den Augen der Putin-Regierung und der orthodoxen Christen für die Verbreitung von HIV angeblich allein verantwortlich? Richtig: die Schwulen!
Dies gäbe den Putinisten einen hervorragenden Grund, Schwule wieder zu internieren. Und die christlich-orthodoxe Bevölkerung Russlands würde mit homophoben Pogromen unterstützend zur Seite stehen, bis alle Schwulen "ausgerottet" (unitschtózheny) sind.