https://queer.de/?24356
Intimschmuck
Anal Piercings: Alles über den Ring im Po

Piercings kann man überall am Körper tragen (Bild: AxiomPiercing)
- 8. August 2015, 09:38h 3 Min.
Während ein Piercing an der Hinterbacke als reines Schmuckstück getragen wird, gibt ein Ring im Damm manchen den letzten Kick beim Sex. Wo liegen die Gefahren?
Einen "Prinz Albert", einen Piercing-Ring, der durch die Harnröhre direkt hinter die Eichel gestochen wird, werden die meisten schon mal gesehen haben. Seltener sind Piercings am Hintern, was sich auch daran zeigt, dass es für sie – anders als für die zahlreichen Schwanzringe – keine speziellen Namen gibt.
Doch auch der Ring im Arsch hat einige hartgesottene Fans. Ein Piercing an den Hinterbacken wird meist als reines Schmuckstück wie ein Ohrring getragen. Ein Piercing am Damm gibt manchen noch den letzten Kick beim Sex. Wer sich dazu entschließt, sollte jedoch einige Grundregeln beachten.
Intimpiercings haben eine lange Tradition
Zunächst ein kleiner Ausflug in die Geschichte. Bei Männern haben Intimpiercings eine lange Tradition. Sie stammen aus China oder Indien und wurden schon im Kamasutra erwähnt. Auch damals war der Hauptgrund die sexuelle Stimulation. Nicht zuletzt aus diesem Grund erlebten die Intimpiercings im Westen anfangs ihre Renaissance in der schwulen sowie in der S/M-Szene.
Die breite Masse kann jedoch mit Hintern-Ringen nach wie vor wenig anfangen. Schon John Bulwer, ein Mediziner und Autor des 17. Jahrhunderts, berichtete in seinem Buch "Man Transformed": "Neben anderen merkwürdigen dekorativen Praktiken in den verschiedenen Ländern erinnere ich mich an jene eines Volkes, das sich mit einer Art absurder Bravour Löcher in das Gesäß stach, um dort wertvolle Edelsteine aufzuhängen. Dies muss eine höchst unbequeme Mode sein und zudem äußerst nachteilig für eine sitzende Existenz."
Einen guten Piercing-Fachmann findet man oftmals schwerer als einen guten Arzt oder Anwalt. Wer Erfahrungen damit gesammelt hat, Brustwarzen zu durchstechen, muss noch lange nicht einen Ring im Dammbereich befestigen können. Zudem trifft das Klischee vom schmuddeligen Hinterhofstudio, das einen fantasievollen Namen hat, aber es mit der Hygiene nicht so genau nimmt, leider auf nicht wenige Piercingstudios tatsächlich zu. Steriles Arbeiten ist das A und O eines seriösen Piercers. Andernfalls können Mikroorganismen und Viren in die Wunde geraten und ernsthafte Entzündungen verursachen.
Ausführliche Beratung ist ein Muss
Auch wenn du wild entschlossen zu einem Anal-Piercing bist, solltest du auf jeden Fall ein ausführliches Beratungsgespräch führen. Jede dir wichtige Frage solltest du vor der eigentlichen Piercing-Aktion klären! Wenn kein Gespräch stattfindet, der Piercer sich davor drückt oder deine Fragen nicht oder nur schlecht beantworten kann, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass er sein Handwerk nicht versteht. Dann verabschiede dich und gehe zum nächsten. Übrigens ist jeder Piercer verpflichtet, seine Kundschaft über Risiken des Eingriffs umfassend aufzuklären.
Der Grund: Rein rechtlich gesehen ist jede Piercing-Aktion eine Körperverletzung. Sie ist nur dann nicht strafbar, wenn du dem Piercing ausdrücklich zustimmst und einwilligst, den Eingriff vornehmen zu lassen. Diese Einwilligung erfolgt stets in schriftlicher Form. Minderjährige müssen eine Einwilligung der Eltern vorlegen.
Sei dir bewusst, dass auch bei erfahrenen Piercern mal etwas schiefgehen kann. Ein Piercing gerade am sensiblen Damm oder am Anus kann sich entzünden, die Umgebung wird rot, heiß oder hart. Bei den Ausflügen zur Toilette wird das frische Piercing zudem täglich mit Krankheitserregern bombardiert. Manchmal fängt es sogar an zu eitern. In diesem Fall solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen.
Beachte aber, dass sich viele Ärzte nicht sonderlich gut mit Piercings auskennen. Deshalb kann es gegebenenfalls besser sein, auch deinen Piercer um Rat zu fragen. Er hat mit Komplikationen eventuell mehr Erfahrung. Er wird nichts dagegen haben, mit dem Arzt deiner Wahl zusammenzuarbeiten. Auch das ist ein Argument, das Piercing nicht im Urlaub, sondern in deiner Heimat machen zu lassen! (cw)
Mehr zum Thema:
» Prinz Albert und Co. (14.02.2007)














