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Kitschige Kuchen für alle: Die Richter erklärten, dass der persönliche Glaube niemanden dazu berechtige, die Anti-Diskriminierungs-Regeln in Colorado zu missachten (Bild: Amaury / flickr / by-nd 2.0)

  • 14. August 2015, 05:47h 44 2 Min.

In den USA wurde erneut ein religiöser Konditor verurteilt, weil er sich geweigert hatte, für ein schwules Paar eine Hochzeitstorte zu backen.

Das Diskriminierungsverbot im US-Bundesstaat Colorado gilt auch für religiöse Menschen. Ein Berufungsgericht in Denver entschied am Donnerstag, dass ein Konditor auch dann einem homosexuellen Paar eine Hochzeitstorte backen muss, wenn er aufgrund seines Glaubens gleichgeschlechtliche Ehen ablehne.

Jack Phillips, der Besitzer des Masterpiece Cakeshop in Lakewood, hatte im Jahr 2012 einem schwulen Paar die Hochzeitstorte verweigert. Dies hatte er David Mullins, der zusammen mit seinem Partner Charlie Craig und dessen Mutter in den Laden kam, damals persönlich ins Gesicht gesagt. Das geschockte schwule Paar erstattete daraufhin Anzeige. "Wir fühlten uns wie Menschen zweiter Klasse", erinnerte sich Craig gegenüber dem Sender "7News".

Phillips: Geburtstagskuchen für Homos ja, Hochzeitstorten nein


Ohnehin nicht besonders einladend: Masterpiece Cakeshop in Lakewood, Colorado (Bild: Google Maps)

Die Anti­diskriminierungsbehörde hatte Phillips bereits 2013 verurteilt, 2014 wurde die Entscheidung bestätigt. Der Konditor legte jedoch erneut Widerspruch ein. Vor Gericht erklärte er, dass er Homo­sexuelle nicht grundsätzlich diskriminiere. So könnten Lesben und Schwule bei ihm zwar Kekse oder Geburtstagskuchen kaufen, aber keine Hochzeitstorten, weil er als religiöser Mensch gleich­geschlechtliche Ehen nun mal ablehne.

Die drei Richter stellten jedoch fest, dass der persönliche Glaube niemanden dazu berechtige, die Anti-Diskriminierungs-Regeln für Geschäfte in Colorado zu missachten. Phillips muss nun seine Angestellten im Umgang mit Minderheiten schulen, im Wiederholungsfall drohen ihm Geldstrafen.

Homophobe Bäcker aus Oregon: 135.000 Dollar Schmerzensgeld an lesbisches Paar

Erst im April hatte die Anti­diskriminierungsbehörde im US-Bundesstaat Oregon in einem ähnlichen Fall ein homophobes Konditor-Ehepaar aus Portland zu einem Schmerzensgeld von 135.000 Dollar (rund 122.000 Euro) verurteilt (queer.de berichtete). Aaron und Melissa Klein hatten sich im Jahr 2013 geweigert, eine Hochzeitstorte für ein lesbisches Paar zu backen, weil sie als Christen Homosexualität ablehnten.

Die Kleins waren für christlich-konservative Kreise in den USA zum Symbol einer vermeintlichen Unterdrückung von religiösen Menschen durch die "Homo-Lobby" geworden. Der Fall wurde in mehreren Bundesstaaten zum Anlass genommen, Gesetze für die "Religionsfreiheit" auf den Weg zu bringen, die es Christen erlauben sollen, Homo­sexuelle in vielen Lebensbereichen diskriminieren zu dürfen. Wegen scharfer Proteste mussten aber zuletzt Indiana und Arkansas ihre Gesetzesvorhaben wieder entschärfen (queer.de berichtete). (cw)

-w-

#1 goddmn liberalAnonym
  • 14.08.2015, 09:24h
  • So sieht es aus in einem Land, das aus einem langen Gleichheitskampf nach Innen und Außen entstand.

    So sieht es bei uns aus, wenn der Feudalismus der Ungleichheit im Jahre 2015 munter aus der Gruft aufsteigt:

    katholon.de/?p=9011

    Dessen Geist in solchen Gemäuern geboren wird und in Hedwig von Beverfoerde (CDU) munter weiterlebt.

    www.bestwig.de/uploads/pics/gutostwig_480.jpg

    Es ist ihr Geburtshaus.

    "Den Vereinigten Staaten

    Amerika, du hast es besser
    Als unser Kontinent, das alte,
    Hast keine verfallene Schlösser
    Und keine Basalte."

    PS Die Strafe für die Bäcker ist zu hoch, macht aber trotzdem Sinn.
  • Direktlink »
#2 FelixAnonym
  • 14.08.2015, 09:35h
  • Richtig so!

    Diesen religiösen Fanatikern muss man beibringen, dass Religionsfreiheit nicht heißt, dass Religionen über dem Gesetz stehen!

    Wir lassen die an das glauben, was sie wollen, und genauso erwarten wir, dass sie Menschen nicht diskriminieren, nur weil die etwas anderes glauben oder gar keinen Glauben haben.

    An die demokratischen Regeln haben auch die sich zu halten. Die stehen nicht über dem Gesetz.
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#3 PatroklosEhemaliges Profil
  • 14.08.2015, 09:37h
  • Wieder ein Sieg für die LGBTIPAs! Das Urteil ist ein Beweis dafür, daß Diskriminierung auf gar keinen Fall mehr salonfähig werden darf!

    Meine Glückwünsche auch an David Mullins und Charlie Craig, daß sie mit ihrer Klage erfolgreich waren und Jack Phillips diese Klatsche beschert haben!
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