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Nach abschätzigen Äußerungen über Regenbogenfamilien
Dolce entschuldigt sich

Domenico Dolce (li.) und Stefano Gabbana versichern, dass sie doch nichts gegen Regenbogenfamilien haben
- 17. August 2015, 11:36h 2 Min.
Fünf Monate nach seinen abwertenden Äußerungen über Regenbogenfamilien und diversen Boykottaufrufen entschuldigt sich der italienische Modemacher.
Modemacher Domenico Dolce hat sich im Magazin "Vogue" für seine umstrittenen Kommentare entschuldigt. Im März hatte er zusammen mit seinem Partner Stefano Gabbana erklärt, dass Homo-Paare keine Kinder großziehen sollen. Dolce benutzte dabei abwertende Bezeichnungen wie "synthetische Nachfahren" (queer.de berichtete).
"Es tut mir so leid. Ich hatte nicht die Absicht, irgendjemanden zu beleidigen", erklärte Dolce jetzt in Mailand. "Ich habe mit Stefano viel darüber gesprochen. Ich habe festgestellt, dass meine Worte nicht in Ordnung waren und entschuldige mich." Durch künstliche Befruchtung entstandene Kinder seien "nur Kinder", so Dolce weiter. Kinder müssten nicht mit einem Label versehen werden.
Weiter sagte er, jeder solle selbst entscheiden, in welcher Familie er leben wolle. "Ich weiß nicht alles über künstliche Befruchtung, aber ich finde es toll, wenn Menschen glücklich sind. Das ist wie Medizin. Die Wissenschaft existiert, um Menschen zu helfen." Seine früheren Äußerungen seien auf seine Erziehung zurückzuführen, so der regelmäßige Kirchgänger. Der Katholizismus sei nun mal "unsere Tradition".
Gabbana beklagt italienische Politik gegenüber Regenbogenfamilien
Gabbana, der mit Dolce bis 2005 insgesamt 20 Jahre lang auch privat liiert gewesen war, ergänzte in dem Interview, dass er selbst gerne ein Vater geworden wäre. "Aber das ist nicht möglich in Italien", so der 52-Jährige. "Ich hatte darüber nachgedacht, nach Kalifornien zu gehen und ein Baby zu haben, aber ich konnte es nicht zurückbringen nach Italien, weil man den Pass der Mutter braucht. Ich habe mich wegen einer Adoption in Italien erkundigt. Aber es ist schwierig für ein Hetero-Paar hierzulande – stellen Sie sich vor, was mit Schwulen ist." Vor vier Monaten hatte Gabbana in dem berüchtigten "Panorama"-Interview noch verkündet: "Die einzige Familie ist die traditionelle."
Bereits kurz nach dem verhängnisvollen Interview im März hatten Dolce und Gabbana via CNN Schadensbegrenzung versucht, sich aber nicht entschuldigt (queer.de berichtete). Ihre gemeinsame Luxusmarke hat unter der Kontroverse gelitten, nachdem Elton John zu einem Boykott aufgerufen hatte. Mehrere weitere Promis schlossen sich diesem Aufruf an, darunter die Sänger Ricky Martin, Victoria Beckham und Courtney Love, Fernsehproduzent Ryan Murphy ("Glee", "Nip/Tuck"), Schauspieler John Barrowman ("Torchwood") und Ex-Tennisprofi Martina Navratilova. (dk)














