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"Wir haben eine echte Krise"

Morde an Trans­sexuellen erschüttern die USA


Die 20-jährige Elisha war ein halbes Jahr lang verschwunden - jetzt wurde ihre verscharrte Leiche in North Carolina gefunden

  • 17. August 2015, 14:50h 15 3 Min.

Trans-Aktivisten in Amerika schlagen Alarm: Allein in den letzten Tagen sind vier weitere Morde an schwarzen Trans-Frauen gemeldet worden.

In den Vereinigten Staaten sind in diesem Jahr bereits mindestens 16 transsexuelle Frauen ermordet worden. Trans-Aktivisten gehen davon aus, dass die meisten Morde wahrscheinlich aus Transphobie begangen worden sind – und dass trotz der wachsenden Sichtbarkeit von Transfrauen wie Schauspielerin Laverne Cox oder Reality-Star Caitlyn Jenner die Übergriffe auf Transsexuelle zunehmen. Die echte Zahl könnte noch höher liegen, da die Polizei bei vielen Morden das falsche Geschlecht bei Transsexuellen angibt.

Erst in den letzten Woche sind vier weitere Fälle bekannt geworden. Alle Opfer waren schwarze Transsexuelle.

So ist am vergangenen Montag eine 20-jährige Transsexuelle in Detroit erschossen worden. Nach Angaben der Polizei habe sie um kurz nach fünf Uhr morgens im Rotlichtviertel der Stadt einen Wagen verlassen, aus dem schließlich ein Schuss abgegeben wurde. Sie starb später an ihren Verletzungen im Krankenhaus. Die Gegend ist bekannt für transsexuelle Sexarbeiterinnen. Laut einer Freundin der Getöteten sei sie bereits mehrfach angegriffen worden.

Außerdem meldete "Equality Michigan" am Freitag, dass bereits vor einem Monat die Leiche einer 25-Jährigen, die als "genderfluid" bezeichnet wird, nahe Detroit gefunden wurde. Das Opfer sei "brutal ermordet" worden, hieß es.

Im Bundesstaat Arizona war in der Nähe von Phoenix am Dienstag zudem eine 35-jährige Transsexuelle vor ihrer Wohnhausanlage erschossen worden. Laut der Polizei wurde sie von insgesamt vier Schüssen getroffen. Die Beamten schließen ein Hassverbrechen nicht aus. Sie erklärten, dass die Handtasche und das Handy der Frau verschwunden seien.

Am Donnerstag wurde ferner die Leiche einer 20-jährigen Transsexuellen im Bezirk Johnston in North Carolina entdeckt. Sie war verbrannt worden und anschließend auf einer Wiese verscharrt, berichtete der Lokalsender WSOC. Die Polizei verhaftete den 23-jährigen Anführer einer Latino-Gang, der inzwischen wegen Mordes angeklagt wurde. Die Frau war seit Herbst vergangenen Jahres von ihrer Familie als vermisst gemeldet worden.

Trans-Aktivisten fordern Politik zum Handeln auf

"Wir haben eine echte Krise", erklärte Raffi Freedman-Gurspan vom "National Center for Transgender Equality" gegenüber "Al Jazeera America". "Die Bundesstaaten und die Bundesregierung müssen endlich auf die Morde reagieren".

Die Aktivistin Nell Gaither von der "Trans Pride Initiaitve" beklagte, dass Transsexuellen der Zugang zu Arbeit und zu einer Mietwohnung in vielen Fällen versperrt werde. "Das zwingt viele, sich im Untergrund Arbeit zu suchen, besonders Sexarbeit", so Gaither. Erst wenn die Politik etwas gegen die Diskriminierung von Transpersonen unternehme, könne sich die Lage verbessern.

Vergangenen Monat hatte auch der Mord an einer 66-jährigen Transsexuellen in Fresno viele Kalifornier aufgeschreckt. Außerdem sorgte Anfang August der Mordanschlag auf eine Trans-Frau in Florida für Aufsehen, weil der mutmaßliche Täter erst zwölf Jahre alt war (queer.de berichtete). (dk)

#1 FelixAnonym
  • 17.08.2015, 18:24h
  • Schlimm!

    Wie können Menschen nur so voller Hass auf andere sein?

    Und was muss noch alles passieren, ehe die Politik aufwacht und endlich etwas gegen diesen Hass unternimmt...
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#2 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 17.08.2015, 20:14h
  • Was ich schon lange befürchte, der Ku-Klux-Klan ist aktiver den je.
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#3 XenomorphaEhemaliges Profil
  • 17.08.2015, 22:15h
  • Das ist entsetzlich,
    wenn ich z.B. "remembranceday of trangender" schaue und sehe, dass Weltweit ca. 11000 von uns umgebracht werden, weiß ich, dass ich immer wachsam sein muss.......scheiß Zustand!
    Und wenn es mich mal erwischen sollte, habe ich es hinter mir, diesen bescheuerten Zustand, dann werde ich den Frieden finden, den ich auf diesem scheiß Planeten nie finden werde.
    Und die gesamte hasserfüllte Clique dieser Idioten muss ihr erbärmliches Leben mit Schuld weiterleben.
    Das Dumme ist nur, sie raffen es nicht einmal!
    In diesm Falle, bin ich froh, hier in D-Land "nur" angemault oder "nur" mal versucht wird, mich zu verprügeln.
    Und wenn ich dabei draufgehe, ich würde mich immer wieder entscheiden, als die Frau zu leben, die ich bin, aus die Maus!
    Aber `Murica verroht sowieso immer mehr, kommt davon, wenn man Generationen von Vollidioten ranzüchtet.
    Wenn es wahr ist, daß Liebe, die einzig befriedigende Antwort auf das Problem der menschlichen Existenz ist, dann wird jede Gesellschaft, die die Entwicklung der Liebe, der Nähe ausschließt, letztlich an ihrem Widerspruch zu den grundlegenden Notwendigkeiten der menschlichen Natur zugrunde gehen.
    Die Menschen werden es nicht schaffen......glaubt mir!
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