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Corpus Christi/Texas
Anklage wegen Folter und Vergewaltigung eines Schwulen

Blick auf die Skyline von Corpus Christi, mit 320.000 Einwohnern die achtgrößte Stadt von Texas
- 18. August 2015, 11:49h 2 Min.
Zwei Männern droht in Texas lebenslange Haft, weil sie einen schwarzen Schwulen offenbar aus Hass auf seine sexuelle Orientierung und seine Hautfarbe brutal traktiert haben.
Wegen eines grausamen Verbrechens müssen sich der 32-jährige Jimmy G. und der 22-jährige Ramiro S. aus Corpus Christi (US-Bundesstaat Texas) demnächst vor einem Gericht verantworten. Sie sind am Montag wegen Folter und Vergewaltigung eines Mannes im März 2012 angeklagt worden.
Die beiden mutmaßlichen Täter müssen vor ein Bundesgericht, weil sie ihre Tat aus Hass auf das Opfer verübt haben sollen. Sie hätten laut Anklageschrift den Geschädigten gehasst, weil er Afro-Amerikaner und weil er schwul sei. Eine derartige Anklage nach Bundesrecht kann zu einer lebenslangen Haftstrafe führen.
In der Anklageschrift heißt es, die beiden Männer hätten das Opfer in ihre Wohnung in Corpus Christi eingeladen. Dann hätten sie den Mann angegriffen und rassistisch und homophob beschimpft. Über die nächsten drei Stunden hätten sie ihn mit verschiedenen Objekten geschlagen, darunter eine Bratpfanne, ein Stuhl und sogar eine Handfeuerwaffe. Die Täter werden auch beschuldigt, Bleichmittel in die Augen des Opfers geschüttet zu haben.
Mit Besenstiel vergewaltigt
Als das Opfer stark blutete, hätten sie ihn gezwungen, sich nackt auszuziehen und die Wohnung vom Blut zu reinigen. Danach sollen sie ihm einen Besenstiel und ein weiteres Objekt in den Anus eingeführt haben. Der Mann konnte schließlich durch einen Sprung aus der im ersten Stock befindlichen Wohnung fliehen und die Polizei alarmieren.
Nach dem Vorfall hatte er gegenüber dem Lokalsender KRIS erklärt, es sei zum Streit mit den Männern gekommen, weil er ihnen 5 Dollar geschuldet habe. Er sagte, er habe seine Schulden längst beglichen gehabt.
LGBT-Aktivisten kritisieren, dass Texas nichts gegen das Mobbing von Homosexuellen unternimmt. So wirke das texanische Gesetz gegen Hassdelikte nicht: Zwischen 2000 und 2012 ist es etwa nur zu zehn Verurteilungen gekommen. Auch im aktuellen Fall mussten die Bundesbehörden die Initiative übernehmen. Ein besonderes Problem sei die Schulpolitik in Texas. So gebe es für LGBT keinen Schutz vor Mobbing. In den meisten texanischen Schulbezirken ist sogar ausdrücklich verboten, LGBT-Themen in einem positiven Licht darzustellen. Dadurch grassierten dort Homo- und Transphobie, die auch in Gewalt umschlagen könnten. (dk)















Mal angenommen, das wäre umgekehrt gewesen. Hätte es dann auch nur Knast gegeben oder die Todesstrafe?