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Der Provokateur hinter der Kamera: "Pasolinis letzte Worte" ist ein Essayfilm über den 1975 ermordeten Regisseur (Bild: Edition Salzgeber)

  • 18. August 2015, 16:35h 7 2 Min.

In ihrem Film "Pasolinis letzte Worte" nähert sich Cathy Crane dem Spätwerk des schwulen Filmemachers und Autors.

Am 2. November 1975 wurde Pier Paolo Pasolini mutmaßlich am Strand von Ostia ermordet. In den Monaten davor hatte sich der Filmemacher und Autor intensiv mit der Gewalt in der italienischen Gesellschaft beschäftigt und sein zutiefst verstörendes filmisches Meisterwerk "Die 120 Tage von Sodom" fertig gestellt.

Die vielfach ausgezeichnete Filmemacherin Cathy Lee Crane nähert sich in ihrem Essayfilm "Pasolinis letzte Worte" auf freie und assoziative Weise dem Spätwerk eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts an. Vor wenigen Wochen ist die deutsche Synchronfassung auf DVD erschienen.

Eine höchst subjektive Collage


Die Edition Salzgeber hat die deutsche Synchronfassung des Essayfilms auf DVD veröffentlicht

"Pasolinis letzte Worte" ist eine höchst subjektive Collage: letzte Interviews, letzte Fotografien, Dokumente der Dreharbeiten zu seinem letzten Film, Texte aus seinem letzten, erst 1992 veröffentlichten Romanprojekt "Petrolio", Aufnahmen vom Tatort und seinem Begräbnis.

Es entsteht ein vielschichtiger Einblick in die Wut und Leidenschaft eines Künstlers, dessen Stimme gewaltsam zum Schweigen gebracht wurde. "Skandale auszulösen, ist mein Recht!", hatte er noch in seinem letzten Fernsehinterview behauptet.

Wundersam in den Analogien, spröde und mysteriös in den Aussagen, nähert sich der Film dem Mysterium Pasolini nicht an, sondern geriert sich als ein Kunstwerk über einen Künstler.

Als Bonus enthält die DVD in deutscher Erstveröffentlichung den Film "Ostia" von Julian Cole, der 1988 mit Derek Jarman in der Hauptrolle die Ereignisse der letzten Nacht Pasolinis verfilmt hat. (cw/pm)

Vimeo | Englischer Originaltrailer zum Film
Infos zur DVD

Pasolinis letzte Worte (Originaltitel: Pasolini's last words). Essayfilm. USA 2012. Regie: Cathy Crane, Darsteller: Lee Delong, Bochay Drum, Amanda Setton, Laufzeit: 61 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung, englische Originalfassung, Untertitel: Deutsch (optional). FSK 12. Edition Salzgeber

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-w-

#1 PatroklosEhemaliges Profil
  • 21.08.2015, 11:46h
  • Am 02. November 2015 jährt sich der Todestag des genialen Regisseurs zum 40. Mal. Würde er heute noch leben, wäre er genauso alt wie Egon Bahr: 93!
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#2 -hw-Anonym
  • 21.08.2015, 13:45h
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • Pier Paolo Pasolini:
    Ich weiß sehr wohl, wie widersprüchlich man sein muss, um wirklich konsequent zu sein." ( Konkret 1981)

    Egon Bahr: Der Putin ist nicht mehr Demokrat als Jelzin, allenfalls ein bisschen weniger Kommunist. (Die Weltwoche, 27.4.2000)

    Weniger Kommunist (Weltbank-Daten):

    sdelanounas.ru/blogs/66262/
  • Direktlink »
#3 Putin-VersteherAnonym
  • 21.08.2015, 14:50h
  • Antwort auf #2 von -hw-
  • "Weniger Kommunist"? (---> Link)

    Wohl nicht in der Wahrnehmung (noch?) der großen Mehrheit der Bevölkerung, nach den Erfahrungen des totalen neoliberalen Ausverkaufs im Zuge der kapitalistischen Restauration, samt der damit einhergehenden sozialen Katastrophe unter Jelzin.

    Zur Erinnerung:

    Mitte der 1990er Jahre wurden weit reichende Privatisierungsmaßnahmen durchgeführt, durch die sich die Oligarchen die profitabelsten Teile der Industrie mittels Scheingeschäften zu Spo ttpreisen unter den Nagel rissen. Nach einer Schätzung wechselte Staatsvermögen von etwa 200 Mrd. Dollar für ganze 7 Mrd. Dollar in private Hände.

    Diese Plünderung von Staatseigentum ist auch weiterhin einer der Hauptgründe für den Hass der Bevölkerung auf die Führer. Der groß angelegte Raub gesellschaftlichen Eigentums bedeutete Elend für unzählige Menschen.

    Renten und Gehälter wurden nicht mehr ausbezahlt, Obdachlosigkeit und Hunger nahmen dramatisch zu. Während der 1990er Jahre fiel Russlands Bruttosozialprodukt um 50 Prozent, 30 Prozent der Bevölkerung gerieten in Armut, die Sterblichkeitsrate stieg um 50 Prozent und die Lebenserwartung für Männer fiel um sechs Jahre.

    Die Verelendung von Millionen und der enorme Transfer von Reichtum in die Hände einer Gangsterclique, die die Jelzin-Regierung unterstützte, hat Dutzende russische Milliardäre hervorgebracht.
  • Direktlink »