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Kämpft seit 20 Jahren gegen die "Homosexualisierung der Gesellschaft": Salzburgs Weihbischof Andreas Laun (Bild: Wiki Commons / Thaler Tamas / CC-BY-SA-4.0)
- 22. August 2015, 07:29h 2 Min.
Die homosexuelle Orientierung sei veränderbar, sagte Salzburgs Weihbischof Andreas Laun in einem Interview. Es gebe "sehr glückliche" Aussteiger.
Die Schweiz hat Vitus Huonder, Österreich Andreas Laun: In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" wirbt der katholische Salzburger Weihbischof offen wie kaum zuvor für die "Heilung" von Lesben und Schwulen.
"Ich spreche von der Veränderbarkeit einer Neigung", sagte Laun dem Magazin. "Es gibt Beispiele von Menschen, die viele Jahre lang homosexuell gelebt haben und danach gesagt haben: 'Es ist mir gelungen, auszusteigen, und ich bin sehr glücklich darüber.'"
Laun befürwortet auch Teufelsaustreibungen
Im Gespräch mit "profil" outete sich der 72-Jährige auch in anderen gesellschaftlichen Fragen als Fundamentalist: So vertrat er die Ansicht, dass eine Frau nicht einmal nach einer Vergewaltigung abtreiben dürfe, "weil das Kind das Recht auf Leben hat und weil das Unrecht an der Frau nicht durch ein anderes Unrecht rückgängig gemacht werden kann".
Auf die Frage des Magazins nach der Existenz von Teufel und Hölle versicherte Laun: "Ja, natürlich gibt es den Teufel und die Hölle – wenn Jesus so oft darüber redet, dann gibt es sie." Daraus folge für ihn auch eine Bejahung der Teufelsaustreibung in Fällen "echter Besessenheit": "Wenn die Diagnose stimmt und der Exorzismus daher eine Hilfe ist, bin ich natürlich dafür."
Homophobe Hetze seit 20 Jahren
Seit seinem Amtsantritt als Salzburger Weihbischof im Jahr 1995 hat Andreas Laun den Kampf gegen eine "Homosexualisierung der Gesellschaft zu seinem Schwerpunkt gemacht. Kein anderer katholischer Würdenträger aus Östereich ist mit so vielen abstrusen und diskriminierenden Äußerungen aufgefallen.
In seinem 2001 erschienenen Buch "Homosexualität aus katholischer Sicht" zitiert Laun etwa Untersuchungen, wonach Schwule und Lesben aufgrund des "homosexuellen Lebensstils" eine durchschnittlich 20 bis 30 Jahre kürzere Lebenserwartung hätten. Später erklärte er, dass Schwule und Lesben "keine Nutzen für die Allgemeinheit" hätten und daher auch kein Recht auf Eheschließungen.
In den letzten Jahren verschärfte sich sein Ton sogar noch: 2009 setzte der Salzburger Moraltheologe "homosexuelle Ideologen" mit Muslimen gleich, da beide Gruppen keine "Konversion" dulden würden. Ebenfalls warnte er vor "Propaganda" durch LGBT-Aktivisten. Im vergangenen Jahr wiederholte Laun zudem seine Behauptung, Schwule und Lesben würden eher Kinder missbrauchen als Heterosexuelle. (ots/cw)













