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Polizeibericht
Berlin: Schwules Paar mit Flasche angegriffen

Die ehemalige Reichsbahnausbesserungswerkstatt (RAW) Franz Stenzer ist heute ein bei Touristen wie Einheimischen beliebtes Partygelände in Berlin-Friedrichshain (Bild: Wiki Commons / Mikado59 / CC-BY-SA-3.0)
- 30. August 2015, 15:39h 2 Min.
Am Sonntagmorgen kam es am RAW-Gelände zu einem mutmaßlich homophoben Übergriff.
Der Berliner Polizeibericht vermeldet schon wieder einen "mutmaßlich homophoben Übergriff": Am Sonntagmorgen saß ein 26 und 27 Jahre altes schwules Paar gegen 6.45 Uhr auf einer Parkbank in der Revaler Straße, als ein 18-Jähriger, der sich augenscheinlich durch die beiden gestört fühlte, unvermittelt mit einer Flasche auf den Älteren einschlug.
Das Opfer erlitt hierbei leichte Verletzungen im Gesicht und im Brustbereich. Anschließend floh der Angreifer auf das angrenzende RAW-Gelände.
Polizeibeamte suchten daraufhin das Gelände ab und nahmen den mutmaßlichen Schläger in der Nähe vorläufig fest. Sie brachten ihn zur Blutentnahme, nach Ende der polizeilichen Maßnahmen wurde er entlassen. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Nina Queer warnte vor Besuch des RAW-Geländes
Die Gegend im Berliner Stadtteil Friedrichshain ist als Partyviertel berühmt. Gerade in warmen Sommernächten sind dort insbesondere am Wochenende Zehntausende Menschen unterwegs. In letzter Zeit häufen sich jedoch Meldungen von Gewalttaten. Erst Mitte August kam das RAW-Gelände in die Schlagzeilen, als dort ein Bekannter der Sängerin Jennifer Weist ("Jennifer Rostock") Opfer eines brutalen Angriffs wurde.
Die Berliner Dragqueen Nina Queer warnte daraufhin in einem "B.Z."-Interview sogar davor, das RAW-Gelände zu betreten. Sie selbst habe Angst, auf offener Straße erstochen zu werden. Der Geschäftsführer der dort ansässigen einzigen Szenebar "Zum schmutzigen Hobby", in der Nina Queer bis Mai 2014 tätig war, wies dies erst am Samstag in einem Interview mit Siegessäule.de als "reine Panikmache" zurück.
Die Berliner Polizei vermeldet in ihren Berichten, wenn eine Tat homo- oder transphob motiviert sein könnte – anders als bislang die meisten Polizeien. Zusammen mit dem Fakt, dass in Berlin erheblich mehr LGBT leben, entsteht so auch der Eindruck, hier sei die Kriminalität am größten. (cw/pm)














