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Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat sich an die Spitze der Bewegung gegen die Ehe-Öffnung gestellt. Jetzt will sie sich erklären (Bild: Olaf Kosinsky / wikipedia)
- 2. September 2015, 13:45h 2 Min.
In den letzten Monaten sorgte die saarländische Regierungschefin mit abwertenden Äußerungen über Homo-Paare für Aufsehen. In zwei Wochen diskutiert sie mit LGBT-Aktivisten.
Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist am 18. September Gast einer öffentlichen Debatte zum Thema "Ehe für alle" in der Landeshauptstadt Saarbrücken. Kramp-Karrenbauer folgt damit einer Einladung des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Saar, der nun Details des geplanten Podiums verraten hat.
So wird die CDU-Politikerin auf LSVD-Sprecher Manfred Bruns treffen, Deutschlands prominentesten Rechtsvertreter für die Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften. Bruns war bis Mitte der Neunzigerjahre Bundesanwalt am Bundesgerichtshof in Karlsruhe, trägt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und wurde zudem mit dem "Preis für das Engagement gegen Diskriminierung" der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ausgezeichnet.
Die Regierungschefin des kleinsten deutschen Bundeslandes hat sich in den letzten Monaten als erbitterte Gegnerin der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht einen Namen gemacht. Sie erklärte unter anderem, dass die Ehe-Öffnung gefährlich sei, da sie zur "Heirat unter engen Verwandten" führen werde. Für derartige Äußerungen hat ihr queer.de im Juni die Homo-Gurke verliehen.
Äußerungen haben Saarland "erheblichen Schaden" zugefügt
"Mit ihren Äußerungen hat sie dem Ruf des Saarlandes, ein liberales Land zu sein, erheblichen Schaden zugefügt", erklärte LSVD-Saar-Sprecher Müller-Kittnau. Manfred Bruns sagte, er sei über Kramp-Karrenbauer sehr erstaunt gewesen, "da sie sich – genauso wie die saarländische CDU – bisher oft für den Abbau von Diskriminierungen der Lesben und Schwulen eingesetzt hat." Beispielsweise stimmte die CDU für eine Änderung der Landesverfassung, um Schwule und Lesben ausdrücklich vor Diskriminierung zu schützen.
An der Debatte soll auch der 21-jährige Malte Czarnetzki teilnehmen, der mit zwei Müttern aufwuchs. Der Student war 2013 Gast bei "Anne Will" und traf dort unter anderem auf die "Demo für alle"-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde und die CDU-Abgeordnete Erika Steinbach (queer.de berichtete).
Karten für die öffentliche "Ehe für alle"- Debatte am 18. September um 19.30 Uhr in der Saarbrücker Congresshalle gibt es an allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional sowie im LSVD-Zentrum "Checkpoint" in der Mainzer Straße 44 (0681-39 88 33), sie kosten fünf Euro. Moderiert wird die Veranstaltung von LSVD-Sprecher Günter Dworek, der dem LSVD-Bundesvorstand seit 24 Jahren angehört.
Die Veranstaltung wird gefördert vom Projekt "Demokratie Leben!" des Bundesfamilienministeriums. (pm/cw)












Der versierte Jurist Manfred Bruns wird Frau Kamp-Karrenbauer hoffentlich auf den sittlich völlig unbedenklichen Rechtsstandard der westlich-demokratischen Welt verweisen, an die das Saarland ja grenzt.
Was in Ostsachsen schon schlimm ist, ist im Saarland völlig unerträglich: dunkeldeutsche Zivilisationsverweigerung!