Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?24556

Das Kreuz an der Kreuzkirche Chemnitz-Klaffenbach kommt offenbar einem Verbotsschild für Schwule und Lesben gleich (Bild: Wiki Commons / Regi51 / CC-BY-SA-3.0)

  • 8. September 2015, 13:48h 32 2 Min.

Nachdem ein Organist in Chemnitz wegen seiner Homosexualität seinen Job verloren hat, beteuert die evangelische Landeskirche, eine "homosexuelle Orientierung" sei nicht generell ein Entlassungsgrund.

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens hat am Dienstag in einer Pressemitteilung beteuert, dass "eine homosexuelle Orientierung weder ein Einstellungshindernis noch einen Grund für die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses" darstelle. Grund für die Stellungnahme ist die Entlassung eines Organisten durch den Vorstand der evangelischen Kreuzkirche in Chemnitz.

Dem 25-jährige Kantor war nach eigenen Angaben vom Pfarrer mitgeteilt worden, dass die Gemeinde nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten wollte, da Homosexualität eine Sünde sei (queer.de berichtete). Der noch nicht fest angestellte Musiker wurde des Amtes enthoben.

Laut der Landeskirche sei das aber nur ein "Einzelfall". "In allen kirchlichen Berufen, angefangen vom Pfarrdienst über die Kirchenmusik und Gemeindepädagogik bis hin zum Verwaltungsdienst, leisten homosexuelle Menschen einen wichtigen und hoch geachteten Dienst für unsere Kirche. Sie sind Kirchenmitglieder und bereichern als gläubige Christen an vielen Stellen das Gemeindeleben", behauptet die Kirchenführung.

Gleichzeitig äußert sie aber Verständnis für Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung: So sei nach langen Diskussionen um gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Pfarrhäusern deutlich geworden, "dass in Bezug auf die Frage des Umgangs mit Homosexualität innerhalb der sächsischen Landeskirche unterschiedliche theologische Haltungen existieren, die sich jeweils auf biblische Aussagen gründen".

Bischof: Homosexualität entspricht "nicht dem Willen Gottes"

Die sächsische Landeskirche gilt als eine der homofeindlichsten evangelischen Kirchen in Deutschland. Erst vergangenen Monat trat Landesbischof Carsten Rentzing sein Amt an, der offen zugibt, grundsätzliche Vorbehalte gegen "gelebte Homosexualität" zu haben (queer.de berichtete). Er behauptet, dass eine homosexuelle Lebensweise "nicht dem Willen Gottes" entspreche.

2013 hatte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in einer unverbindlichen Orientierungshilfe homosexuelle Beziehungen als "gleichwertig" bezeichnet (queer.de berichtete). Viele konservative Christen und Evangelikale lehnen das Papier aber nach wie vor ab, während insbesondere norddeutsche Kirchen offen auf Schwule und Lesben zugehen. (dk)

-w-

#1 Lukas45Anonym
  • 08.09.2015, 16:00h
  • Es ist sehr lobenswert, das auch die letzte Landeskirche der EKD, wo es noch ein wenig Vorbehalte gegen homosexuelle Paare gab, nunmehr diese öffentliche Stellungnahme herausgegeben hat.

    Damit ist auch in der Landeskirche Sachsen noch einmal deutlich herausgestellt worden, das nicht nur homosexuelle Singles sondern ebenso homosexuelle Paare in dieser Landeskirche willkommen sind und die Landeskirche Sachsen als Arbeitgeber kein Einstellungshindernis oder Kündigungsgrund in der Homosexualität oder Partnerschaft eines homosexuellen Kirchenmitarbeiters sieht.

    Was ein einzelner Pfarrer denkt, hat übrigens keine Relevanz. Massgeblich ist, welche Haltung die Landeskirchenleitung hat und insbesondere, was die EKD vertritt und diese hat bereits 2002 dienstrechtliche Vorschriften erlassen, wonach verpartnerte, homosexuelle Mitarbeiter beschäftigt werden dürfen. So war es gerade auch die EKD, die 2001 im Unterschied zur römisch-katholischen Kirche das Lebenspartnerschaftsinstitut unterstützt und befürwortet hat.

    ----------------------

    Ob es sich um eine Honorarkraft oder um ein Probeverhältnis handelte, konnte übrigens hier auf Queer immer noch keiner nachlesen. Es handelte sich aber nicht um eine Festanstellung.
  • Direktlink »
#2 ollinaie
#3 HonestAbe
  • 08.09.2015, 16:31hBonn
  • "Gleichzeitig äußert sie aber Verständnis für Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung: So sei nach langen Diskussionen um gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Pfarrhäusern deutlich geworden, "dass in Bezug auf die Frage des Umgangs mit Homosexualität innerhalb der sächsischen Landeskirche unterschiedliche theologische Haltungen existieren, die sich jeweils auf biblische Aussagen gründen"."

    Es ist wie ich immer sage: ERST der Hass, DANN die Bibelauslegung ganz nach Wunsch!
  • Direktlink »