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  • 22. September 2015, 08:29h 29 2 Min.

IS-Terroristen sollen in Syrien erneut gegen mutmaßliche Homo­sexuelle vorgegangen sein (Archivbild)

Neun Männer und ein Junge sind einem Bericht zufolge von islamistischen Terroristen in Syrien öffentlich umgebracht worden.

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) soll erneut zehn Menschen wegen angeblicher Homosexualität hingerichtet haben, darunter auch einen Jungen. Das hat die Menschenrechtsorganisation "Syrian Observatory for Human Rights" (SOHR) am Montag mitgeteilt. Demnach soll der IS sieben Männer im syrischen Rastan öffentlich erschossen haben. Rastan liegt 20 Kilometer nördlich der umkämpften Stadt Homs.

Außerdem sollen im nordsyrischen Hreitan in der Provinz Aleppo zwei Männer und ein Junge wegen Homosexualität hingerichtet worden sein, berichtete SOHR-Chef Rami Abdel Rahman der Nachrichtenagentur AFP.

SOHR mit Sitz in London gilt allgemein als zuverlässige Quelle für die Lage vor Ort, hat in der Vergangenheit aber schon einzelne Falschmeldungen produziert. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation sollen von den Hinrichtungen in diesen beiden Städten keine Fotos oder Videos verfügbar sein. IS-Kämpfer hätten demnach alle Kameras vernichtet, mit denen die Tötungen aufgenommen worden sind.

Das widerspricht der sonstigen Taktik der Terroristen, immer wieder brutale Bilder von Hinrichtungen zu veröffentlichen – unter anderem mit dem Ziel, Anhänger zu rekrutieren und den eigenen Terror zu verherrlichen. Erst in der letzten Woche hatte der IS Bilder von einer weiteren Hinrichtung eines angeblich schwulen Mannes veröffentlicht, der Mann wurde von einem Hausdach gestoßen. Nähere Angaben zu Ort und Zeit der Tat wurden nicht publik.

Mehr als 3.000 Hinrichtungen

Nach Angaben des SOHR hat der IS seit der Ausrufung des Kalifats im Juni 2014 insgesamt mehr als 3.000 Menschen hingerichtet. Mehr als die Hälfte von ihnen sollen dabei Zivilisten gewesen sein. In mehreren Dutzend Fällen wurde Homosexualität als Tötungsgrund angegeben. Diese Angaben können nicht unabhängig bestätigt werden.

Der "Islamische Staat" hatte Medienberichten zufolge in seinem "Strafrecht" die Todesstrafe für Homosexualität festgelegt (queer.de berichtete). Mit dem Tod werden auch Ehebruch, der Abfall vom islamischen Glauben und das Spionieren für den Gegner bestraft.

Vergangenen Monat hat sich erstmals der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in einem informellen Treffen mit dem Vorgehen der IS-Terroristen gegen Schwule beschäftigt (queer.de berichtete). (dk)

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