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Drei Verhaftungen
Genua: Homophobe Schläger gefasst

Drei mutmaßliche Täter wurden am Sonntag verhaftet
- 22. September 2015, 13:20h 2 Min.
Drei Teenager, die einen Mann aus Homo-Hass fast zu Tode geprügelt haben sollen, sitzen zwei Monate nach der Tat in Untersuchungshaft.
Die italienische Polizei hat am Sonntag drei junge Männer festgenommen, die im norditalienischen Genua vor zwei Monaten einen Mann in einem Bus aus homophoben Motiven zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt haben sollen. Das berichtet der Nachrichtensender Tgcom24.
Die mutmaßlichen Täter sind dem Bericht zufolge selbst aus Genua und zwischen 18 und 19 Jahre alt. Keiner sei bislang polizeilich aufgefallen. Die Behörden gaben bekannt, dass einer der Verhafteten die Tat bereits zugegeben habe. Den drei Haupttätern droht wegen versuchten Mordes eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.
Zwei ebenfalls an der Tat beteiligte Frauen, eine 19-jährige Kellnerin und eine 20-jährige Studentin, erhielten eine Anzeige, befinden sich aber noch auf freiem Fuß.
Für schwules Paar gehalten
Der Fall vom 14. Juli diesen Jahres hatte in der norditalienischen Stadt für Empörung gesorgt (queer.de berichtete). Damals hatten die Angreifer in einem Linienbus das 44-jährige Opfer und dessen Begleiter offenbar für ein schwules Paar gehalten. Eine der Frauen beschuldigte die nichtsahnenden Männer, ihren Freund angestarrt zu haben. Sie beschimpfte dann die Männer homophob und schlug gemeinsam mit ihren Begleitern zu – unter anderem auch mit Eisenketten und Füßen.
Das Opfer der Tat befindet sich noch immer im Krankenhaus und muss sich einer Physiotherapie unterziehen. Derzeit läuft auch eine Anklage gegen den Busfahrer wegen unterlassener Hilfeleistung. Der Mann hatte den brutalen Übergriff beobachtet, aber weder selbst eingegriffen noch die Polizei alarmiert.
LGBT-Aktivisten wollen Beteiligung am Gerichtsverfahren
Die LGBT-Organisation Arcigay hat die Verhaftung der mutmaßlichen Täter begrüßt und erklärt, dass man als Nebenkläger am Prozess teilnehmen wolle. "Die Aggression gegen einen Menschen, der für homosexuell gehalten wird, ist ein Thema für die gesamte Gay-Community", erklärte Arcigay-Sprecher Claudio Tosi. Daher müssten auch LGBT-Aktivisten am Verfahren beteiligt werden.
Aktivisten hatten auch Homosexuellenfeindlichkeit im Rahmen der politischen Debatte um die Einführung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften für die Tat mitverantwortlich gemacht. Größter Gegner ist die katholische Bischofskonferenz, die eine Anerkennung von Homo-Paaren ablehnt, weil diese angeblich normale Italiener "verwirren" würde. (dk)















Eine der Frauen beschuldigte die nichtsahnenden Männer, ihren Freund angestarrt zu haben. Sie beschimpfte dann die Männer homophob und schlug gemeinsam mit ihren Begleitern zu unter anderem auch mit Eisenketten und Füßen. "
Sie beleidigt und schlägt mit Eisenketten auf ihn ein und ist auf freiem Fuß? Muss man das verstehen?