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Homophobe Symbolfigur
Kim Davis bleibt in den Schlagzeilen

Kim Davis im Interview mit dem Sender ABC
- 23. September 2015, 13:57h 2 Min.
Die homophobe Standesbeamtin präsentiert sich in der Öffentlichkeit als Verfolgungsopfer – und weigert sich weiterhin, schwule und lesbische Paare gleich zu behandeln.
Kim Davis könnte erneut Ärger mit dem Gesetz ins Haus stehen: Die 50-jährige gewählte Standesbeamtin aus dem Bezirk Rowan County in Kentucky weigert sich weiterhin, ihrer Unterschrift und ihren Namen auf Ehe-Dokumente zu setzen, weil sie es als Christin nicht verantworten könne, Schwule und Lesben zu verheiraten. Am Montag haben Anwälte von zwei gleichgeschlechtlichen und zwei verschiedengeschlechtlichen Paaren Klage gegen Davis eingereicht. Der Vorwurf: Mit dieser Praxis könnten die Eheschließungen in dem Bezirk ungültig sein.
Das Problem ist, dass Davis die Ehescheine in ihrem Bezirk abgeändert hat – statt ihres Namens steht auf ihnen nun, dass die Scheine "gemäß einer gerichtlichen Anordnung" ausgestellt werden. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU befürchtet, dass die Scheine damit nicht mehr die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Außerdem würden damit Schwule und Lesben als Bürger zweiter Klasse diskriminiert.
"Ich habe Freunde, die schwul oder lesbisch sind"
Im Sender ABC erklärte Davis am Dienstag unter Tränen, dass sie keine Angst davor habe, für ihren Glauben erneut ins Gefängnis zu gehen. Außerdem sagte sie, dass sie nichts gegen Homosexuelle habe – mit einem Argument, dass viele prominente Personen mit homosexuellenfeindlichen Ansichten, beispielsweise Landesbischof Carsten Rentzing oder der CDU-Politiker Volker Kauder, fast wortgleich genutzt haben: "Ich habe Freunde, die schwul oder lesbisch sind." Davis weiter: "Sie wissen, wo ich stehe. Wir sind bei diesem Thema nicht einer Meinung, aber es ist in Ordnung, weil wir einander respektieren."
Die Standesbeamtin reagierte auch auf Vorwürfe, dass sie eine Heuchlerin sei, weil sie selbst vier Mal geheiratet habe, obwohl Christen maximal ein Mal heiraten sollten. Ihre Antwort: Sie habe erst nach der letzten Scheidung Gott gefunden.
Davis' Anwalt Mat Staver, der als Gründungsmitglied der homophoben Juristenorganisation "Liberty Counsel" immer wieder gegen LGBT-Rechte polemisiert, versucht unterdessen, den Märtyrerstatus seiner Mandantin zu stärken. Die ACLU wolle "ihren Skalp als Trophäe an die Wand hängen", polterte er in einer ersten Reaktion auf die erneute Klage. (dk)















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