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Skandalöse Anschuldigung
Zypern: Hotel schmeißt HIV-Positiven raus
- 24. September 2015, 10:37h 2 Min.

Der idyllische Strand von Paphos (Bild: flickr / Alan Samuel / by 2.0)
Ein britischer Tourist soll laut der Boulevardzeitung "Daily Mail" bei einem Urlaub in Zypern nach einem Unfall von Ärzten gegenüber seinem Hotel als HIV-Positiver geoutet worden sein. Anschließend habe er zwangsweise sein Hotelzimmer räumen müssen.
Dem Bericht zufolge war der Mann Anfang des Monats ohnmächtig geworden und musste wegen leichter Verletzungen behandelt werden. In einer bei Touristen populären Privatklinik in Paphos habe er die Ärzte über seine HIV-Infektion unterrichtet.
Nach der Behandlung sei er in das Hotel zurückgekehrt und habe erfahren, dass die Klinik das Hotel telefonisch über die HIV-Infektion informiert und empfohlen habe, "die Bettwäsche zu verbrennen". Auch sei ihm mitgeteilt worden, dass er als Gast nicht länger willkommen sei.
Das Vorgehen der Klinik sei "ein Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht", kritisierte Stella Michaelidou von der zyprischen Aids-Organisation KYFA. Sie sagte, dass sie in den letzten 20 Jahren noch nie von einem solchen Fall gehört habe. "Das ist ja wie in den Achtzigern, bevor wir wussten, was HIV ist", so Michaelidou. "Man könnte diese Ignoranz von einer gewöhnlichen Person erwarten, aber ein Arzt?"
Der Name der Klinik und des Hotels sind bislang nicht bekannt gegeben worden. Nach Angaben des Mannes hätten sich danach weitere Hotels geweigert, ihm eine Unterkunft zu bieten. Auch einige Kliniken hätten ihn abgewiesen.
Das zyprische Gesundheitsministerium, die Ärztekammer und das Fremdenverkehrsamt haben Ermittlungen aufgenommen. Der örtliche Hotelverband wollte die Berichte nicht bestätigen.
Die Republik Zypern hat erst 1998 gleichgeschlechtliche Handlungen legalisiert. Das Schutzalter wurde schließlich im Jahr 2002 angeglichen. Noch immer müssen Homosexuelle in dem EU-Land mit Diskriminierungen rechnen. So dürfen LGBT beispielsweise nicht im Militär dienen. (dk)
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schlimm genug, wenn einige privatleute immer noch die aids-paranoia der achtziger pflegen. aber wenn da ärzte und kliniken genauso ignorant und ängstlich regieren, dann ist das unerträglich, weil im zweifelsfall lebensgefährlich für die betroffenen.
auch in deutschland hört man immer mal wieder z.b. von zahnärzten, die hiv-positive patient_innen nicht behandeln wollen oder deren termine ans tagesende legen, weil danach angeblich "richtig gründlich" desinfiziert werden müsse. mit ärztlicher kompetenz hat das wenig zu tun, um es mal sehr höflich auszudrücken.