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Box Office Charts
"Stonewall" floppt an den Kinokassen

Hauptdarsteller Jeremy Irvine in "Stonewall"
- 28. September 2015, 07:55h 3 Min.
Am Eröffnungswochenende nahm der umstrittene Film von Roland Emmerich in den USA nur 112.414 US-Dollar ein.
Der Hollywood-Film "Stonewall" über die Ausschreitungen in der Christopher Street 1969 in New York hat es an seinem Eröffnungswochenende in den USA nur auf Platz 29 der Box Office Charts geschafft. Gestartet in 129 Kinos, nahm der Film des deutschen Regisseurs Roland Emmerich in den ersten drei Tagen nur 112.414 US-Dollar ein.
Der Film ist damit der schwächste Neustart des Wochenendes. Das Blog "Indiewire" berechnete, dass ihn pro Kino nur 107 Menschen sehen wollten – in allen Vorstellungen zusammen.
Damit hätte der in Montreal gedrehte Streifen am Eröffnungswochenende nicht mal ein Prozent seiner Kosten erspielt, die auf vergleichsweise geringe 17 Millionen US-Dollar geschätzt werden. Der Film verdiene damit die Bezeichnung "Desaster", sowohl in der kritischen als auch der kommerziellen Bewertung, kommentierte "Indiewire". "Er wird vielleicht in ein oder zwei Wochen aus den Kinos verschwunden sein."
3,5 von zehn Sternen

Der schwule Regisseur Roland Emmerich wurde vor allem durch Action-Blockbuster bekannt (Bild: Michael Mayer / flickr / by 2.0)
"Stonewall" war bereits ab der Veröffentlichung des ersten Trailers in die Kritik geraten, weil für die Hauptrolle eine fiktive weiße Person ausgewählt wurde, die auch noch den ersten Stein der Krawalle wirft (queer.de berichtete). Spätere Kritiken monierten, dass echte Veteranen der Ausschreitungen, die in großen Teilen schwarz und transsexuell oder transgender gewesen seien, in dem Film nur Nebenrollen spielten und der Unterhaltung dienten.
Die Webseite "Rotten Tomatoes" hat aus 59 Filmkritiken eine Zustimmungsrate von nur acht Prozent der Kritiker ermittelt, in der Gesamtwertung kommt "Stonewall" auf einer Skala von eins bis zehn auf magere 3,5.
Auch Stonewall-Beteiligte wie Mark Segal kritisierten den Film öffentlich. "'Stonewall' ist desinteressiert an jederlei Geschichte, die sich nicht um seinen weißen, männlichen, klischeehaft attraktiven Protagonisten dreht", meinte Segal. "Er lässt die Frauen fast komplett aus, die an den Krawallen teilnahmen und halfen, die Gay Liberation Front zu gründen, die Jugendliche, Trans-Personen, lesbische Seperatisten und Menschen von all den anderen Teilen der Community umfassten."
Emmerich selbst hatte sich in einem Interview in der letzten Woche verteidigt, dass er nicht nur die LGBT-Community, sondern ein Massenpublikum erreichen wollte, dem die erfundene Hauptrolle zur Identifikation diene (queer.de berichtete). Kritiker verglichen das Vorgehen allerdings mit dem britischen Film "Pride", in dem auch ein erfundener Charakter, ein junger Schwuler auf dem Weg zum Coming-out, das Publikum in den Film über eine Verbrüderung zwischen Bergarbeitern und Schwulen in den 80ern hineinzieht. Er spielt letztlich aber eine untergeordnete Rolle, während alle anderen Charaktere und Geschehnisse ausgiebig recherchiert und detailgetreu wiedergegeben sind.
Dass "Stonewall", der mit dem Slogan "Where Pride began" beworben wird, in seinen Endtiteln den "unsung heroes" des Aufstandes gewidmet wird, sehen viele Kritiker als Hohn an: "Stonewall" hätte diese Helden durchaus besingen können. (nb)
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Das wäre der erste Film gewesen, der wirklich breite Massen auch der Heteros hätte erreichen können und wirklich etwas hätte verändern können.
Genau davor hatten die Homohasser Angst und haben eine strategisch raffinierte Kampagne sondergleichen gestartet. Die haben erstmals versucht, nicht mit Homophobie erfolgreich zu sein, sondern innerhalb der Community Zwietracht zu säen. Und einige LGBTI sind prompt darauf reingefallen.
Im Film spielen Dragqueens, Transen, etc. eine wichtige Rolle. Nur weil der Hauptdarsteller ein straight-acting Schwuler ist und die Geschichte an ihm aufgehängt wird, heißt das nicht, dass andere Aspekte zu kurz kommen. Aber genau das wurde fälschlicherweise suggeriert und zig LGBTI haben das (ohne den Film gesehen zu haben) geglaubt.
Damit haben wir zweierlei erreicht:
- nie mehr wird jemand größere Summen in einen LGBTI-Film stecken, der wirklich was bei den breiten Massen bewegen soll, statt nur eine Handvoll Leute zu erreichen.
- die Homohasser haben gesehen, dass die neue Strategie viel erfolgreicher ist und werden die jetzt so richtig einsetzen. Und viele werden das erst durchschauen, wenn es zu spät ist.