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CBS-Interview
Putin: Wir diskriminieren keine Schwulen und Lesben

Putin in dem zur Prime Time ausgestrahlten Gespräch
- 28. September 2015, 14:39h 2 Min.
In einem Interview mit dem amerikanischen TV-Sender CBS betonte der russische Präsident, ihm gehe es nur um den Jugendschutz.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat in einem Fernsehinterview erneut seine Politik gegenüber LGBT schön geredet. "Das Problem der sexuellen Minderheiten in Russland wurde von außen gezielt übertrieben, aus politischen Gründen, wie ich glaube, ohne eine gute Grundlage", sagte Putin in dem Gespräch mit dem Journalisten Charlie Rose, das am Sonntag im US-Network CBS ausgestrahlt wurde.
Putin betonte wie in früheren Interviews, dass in vier Staaten der USA homosexueller Sex weiterhin verboten sei (die entsprechenden "Sodomy Laws" sind freilich durch Gerichtsentscheide längst außer Kraft). "Wir haben so etwas nicht", sagte der Präsident scheinheilig. Er sei gegen eine strafrechtliche Verfolgung von Personen aufgrund von Merkmalen wie ihrer sexuellen Orientierung. "Wir haben überhaupt keine Verfolgung", so Putin.
"Menschen mit nicht-traditioneller Orientierung arbeiten, sie leben in Frieden, sie werden befördert, sie bekommen staatliche Auszeichnungen für ihre Leistungen", meinte Putin weiter. Er selbst habe persönlich einige von ihnen ausgezeichnet.
"Kinder in Ruhe lassen"

Vor dem Sitz der Vereinten Nationen in New York demonstrierten am Sonntag aus Russland geflohene LGBT gegen den Besuch Putins
Russland hatte die Bestrafung von Homosexualität 1993 aufgehoben. Allerdings war in diesem Jahr erstmals ein LGBT-Aktivist zu zehn Tagen Haft verurteilt worden: Nikolai Aleksejew hatte eine CSD-Demonstration abgehalten, die vorab wegen des Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" verboten worden war (queer.de berichtete). Vor wenigen Tagen war auch bekannt geworden, dass Putin den St. Petersburger Abgeordneten Witali Milonow, einen der Kämpfer für das Gesetz gegen "Propaganda", mit einem Verdienstorden ausgezeichnet hat (queer.de berichtete).
In dem Interview sprach Putin das "Verbot von homosexueller 'Propaganda' gegenüber Minderjährigen" selbst an, an dem er "nichts Undemokratisches" erkennen könne: "Ich finde, wir sollten Kinder in Ruhe lassen. Wir sollten ihnen die Chance geben, zu wachsen und herauszufinden, wer sie sind, und dann für sich selbst zu entscheiden: Sehen sie sich als Mann oder Frau an? Wollen sie in einer normalen, natürlichen Ehe leben oder in einer nicht-tradtionellen?"
Darin sehe er keine "Verletzung der Rechte von homosexuellen Menschen". LGBT in Russland, deren Organisationen auch durch ein Gesetz gegen "Internationale Agenten" drangsaliert werden und Zielscheibe von homophober Hetze in Staatssendern sind, bekamen erst in der letzten Woche den vermeintlichen Jugendschutz zu spüren, als die Medienbehörde die wichtige Online-Community "Kinder 404" im sozialen Netzwerk VKontakte abschalten ließ (queer.de berichtete). Die Gruppe samt ihren Followern konnte allerdings zunächst der Zensur entgehen, indem sie einfach zu einer neuen Adresse weitergezogen sind. (cw)














