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Kein Tag geht vorbei, an dem Ben Carson nicht irgendeinem Nachrichtensender Rede und Antwort steht.

Der neue Star unter den republikanischen Präsidentschaftskandidaten profiliert sich insbesondere mit Homophobie.

13 Monate vor den Präsidentschaftswahlen liefern sich die Republikaner bereits einen innerparteilichen Vorwahlkampf, der dieses Jahr den Rahmen sprengt: 15 Kandidaten sind noch im Rennen – und augenblicklich führt der exzentrische Immobilienmogul Donald Trump die Umfragen an. Auf Platz zwei folgt bereits seit Wochen Ben Carson, ein Neurochirurg im Ruhestand und einziger schwarzer Kandidat. Bei der Frage, welchem Politiker man vertraut, kommt er unter Republikanern auf den ersten Platz.

Er hat sogar einen ganz prominenten Unterstützer: Kanye West, seines Zeichens Rapper und Reality-Star ("Keeping Up With The Kardashians"), bezeichnete Carson vergangene Woche als "den brillantesten Typen".

Schwule und Lesben dürften aber weniger von dem Politiker halten – der 64-Jährige betrachtet sie als Hauptfeind. Das stellte er bereits in seinem 2012 erschienen Buch "America is Beautiful" fest:

Wenn wir die Ehe als Verbindung zwischen zwei Männern oder zwei Frauen oder in irgendeiner anderen Weise durch gesellschaftlichen Druck umdefinieren, so dass sie nicht mehr eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist, werden wir sie weiter umdefinieren. Das ist ein gefährlicher Weg mit einem desaströsen Ende, wie man am dramatischen Fall des Römischen Reiches sehen kann.

Das ist zwar historischer Blödsinn, aber diese Ansichten über Homosexuelle ziehen sich durch seinen Wahlkampf. Eine besonders absurde Äußerung fiel im März im republikanischen Haussender "Fox News", in der Carson Homosexualität mit dem sexuellen Missbrauch von Tieren oder Kindern gleichstellte:

Die Ehe ist eine Verbindung von Mann und Frau. […] Keine Gruppe, egal ob die Homosexuellen, ob [die Pädo-Gruppe] NAMBLA oder Menschen, die an Sodomie glauben – es ist egal, was sie sind – darf die Definition verändern.

Hier das Video:

Es gibt viele andere haarsträubende Aussagen Carsons, auch zu Themen wie Evolution (gibt es nicht) oder politische Korrektheit (verwandelt die USA in Nazi-Deutschland).

Solch unkonventionell populistische Kandidaten, die in Umfragen zunächst obenauf sind, gehen allerdings meist bei den Vorwahlen unter – vor vier Jahren führte ja auch einmal Michele Bachmann eine Woche lang die Umfragen an (queer.de berichtete).

Laut Wettbüros gilt Jeb Bush, der in Umfragen derzeit auf Rang fünf liegt, weiterhin als Favorit. Er hat sich zuletzt beim Thema LGBT-Rechte merklich zurückgehalten. Allerdings hat das sein Bruder George W. im Wahlkampf 2000 ebenfalls getan. Vier Jahre später gab er sich dann ganz anders: In seinem zweiten Wahlkampf lockte der Kriegspräsident die erzkonservativen Wähler in elf Staaten mit Volksentscheiden gegen die Homo-Ehe an die Wahlurnen – und konnte sich so eine komfortable Mehrheit gegen seinen demokratischen Herausforderer John Kerry sichern (queer.de berichtete).

Bei den Demokraten liegt Hillary Clinton weiterhin vor dem parteilosen Senator Bernie Sanders, einem selbsterklärten demokratischen Sozialisten. Beide unterstützen LGBT-Anliegen – Sanders schon immer, Clinton erst nach und nach (sie war bis vor zwei Jahren gegen die Ehe für alle). Auf dem schwulen Kontakt-Portal Grindr sprechen sich daher auch mehr Nutzer für Sanders denn für Clinton aus. Und verbreiten gern alte Videos wie das folgende, in dem Clinton als Senatorin das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben verteidigt:

Auf Ergebnisse müssen wir noch etwas warten: Die US-Vorwahlen gehen erst am 1. Februar 2016 los. Und erst im November 2016 werden sich die Amerikaner zwischen dem demokratischen und republikanischen Bewerber entscheiden müssen. (dk)

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#1 NicoAnonym
  • 01.10.2015, 14:27h

  • Wenn man keine Ahnung von Geschichte hat, sollte man seine Ahnungslosigkeit nicht auch noch so laut rausbrüllen...
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#2 AlexAnonym
  • 01.10.2015, 14:39h

  • Die altbekannte Strategie der Republikaner, mit Lügen Hass zu schüren und Ängste zu erzeugen, um daraus politisch Kapital zu schlagen.

    Für Geld und Macht gehen die über Leichen.
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#3 David77Anonym
  • 01.10.2015, 15:28h
  • Solche Idioten aber auch... welche langen "Reiche" sind denn NICHT untergegangen in der Menschheitsgeschichte?
    Welche Religion herrschte eigentlich im römischen Reich kurz vor dem Untergang?
    Komisch, die Homo-Ehe scheint ja eine mächtige Waffe zu sein... warum setzen die Republikaner sie dann nicht im Kampf ein um feindliche "Reiche" untergehen zu lassen?
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