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Die Lokalzeitung "Express" machte aus den schwulen Schützenkönig vergangenen Monat eine Titelgeschichte

  • 2. Oktober 2015, 06:35h 23 2 Min.

Ein Schwuler darf nur mit Anstandsdame gekrönt werden, fordert der Dachverband der Schützenbruderschaften – und will so verhindern, dass ein Schützenkönig in Düsseldorf mit seinem Lebenspartner auftritt.

Erneut entbrennt ein Streit um einen schwulen Schützenkönig: Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) hat missbilligt, dass ein schwuler Mann am Samstag in Düsseldorf-Bilk vom Schützenverein St. Sebastianus mit seinem Lebenspartner gekrönt werden soll. Ihm müsse stattdessen eine Frau zur Seite gestellt worden, forderte BHDS-Sprecher Ralf F. Nieborg gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur.

Zum Schützenkönig gekürt werden soll der SPD-Ratsherr Udo Figge, der seit 2002 mit Dirk Jehle, einem ehemaligen Landesvorsitzenden der Schwusos in NRW, verpartnert ist (queer.de berichtete). Figge hatte dazu erklärt, dass seine Schützenbrüder vor Ort hinter ihm und seinem Partner stünden.

Nieborg bemängelte jedoch, dass ein Schwuler in einem BHDS-Mitgliedsverband zwar Schützenkönig werden dürfe. Allerdings gebe es die Regel, dass er sich für die Zeremonie eine Frau aussuchen müsse, die statt seines echten Partners an seiner Seite steht. Immerhin sei der BHDS ein katholischer Verband mit einer 900-jährigen Tradition.

Seit Jahren schwelende Auseinandersetzung

Das ist nicht die erste Auseinandersetzung um schwule Schützenkönige: Im Jahr 2011 war der BHDS deutschlandweit in die Schlagzeilen geraten, als er einen Schützenkönig aus Ostwestfalen wegen dessen Homosexualität aus dem Verband ausschließen wollte (queer.de berichtete). Später beschloss der in Leverkusen ansässige Dachverband, dass Schwule zwar Schützenkönige werden könnten, aber ihnen bei offiziellen Anlässen immer eine Anstandsdame zur Seite gestellt werden müsse (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr gab es wieder scharfe Kritik am Verband, als er einem Schützenkönig in Werl die Anerkennung versagte, weil dieser Muslim war. Nach einem Proteststurm nahm der BHDS den Schritt "ausnahmsweise" zurück.

Mittlerweile will auch der BHDS toleranter werden. Derzeit führt er "Profildiskussionen" mit den 1.300 lokalen Mitgliedsorganisationen, wie man die Diskriminierung von Schwulen und von Muslimen beenden und gleichzeitig ein "christliches Profil" bewahren könne. Neue Richtlinien sollen jedoch erst im kommenden Jahr verabschiedet werden (queer.de berichtete).

In Düsseldorf will man nicht abwarten und an der Zeremonie festhalten. "Wir freuen uns über die beiden", sagte Sprecher René Krombholz gegenüber der EPD. Das Schützenwesen werde heute allzu oft als verstaubt angesehen. "Dabei leben wir die Toleranz doch schon so lange!" Figge sagte, es sei schon lange sein Ziel gewesen, Schützenkönig zu werden. "Jetzt habe ich es endlich geschafft, und dann möchte ich die Momente auch mit meinem Mann teilen." (dk)

#1 ollinaie
#2 PatroklosEhemaliges Profil
  • 02.10.2015, 10:12h
  • Sowas verbohrtes! Da kann man doch einmal eine Ausnahme machen!
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#3 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 02.10.2015, 10:36h
  • Antwort auf #2 von Patroklos

  • Nö, keine Ausnahme bitte! Stattdessen müssen wir fordern dass es eine ganz selbstverständliche NORMALITÄT wird wenn zwei Männer (oder auch zwei Frauen!) einen solchen Ehrenpreis erhalten! In welchem Jahrhundert leben wir denn bitte!

    Falls das jetzt nicht klappt und dem Schützenkönig eine Anstandsdame beigestellt wird, fordere ich zur Wiedergutmachung dass den nächsten zehn Heten- Schützenkönigen ein Anstandsburche beigestellt wird, den er dann ganz öffentlich küssen muss!
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