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Stuttgarts schwul-lesbisches Zentrum Weißenburg bei einer LGBT-Veranstaltung

  • 2. Oktober 2015, 19:11h 123 2 Min.

Stuttgarts schwul-lesbisches Zentrum Weißenburg stellte seine Räume für ein Opferfest von Asylbewerbern zur Verfügung – die Moscheegemeinde Ditib hatte damit wohl Probleme.

Eigentlich sollte der Imam der Stuttgarter Moscheegemeinde Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) das muslimische Opferfest eröffnen, das die ehrenamtlichen Helfer vom Flüchtlings-Freundeskreis Haus Martinus am vergangenen Donnerstag für Asylbewerber organisiert hatten. Doch wenige Minuten vor Beginn der Veranstaltung sagte der islamische Geistliche die zuvor zugesagte Teilnahme ab.

Der Grund für den Rückzieher scheint der Ort der Feier gewesen sein: Nachdem sich der Stuttgarter Flüchtlingskreis bei der Raumsuche mehrere Absagen von Moscheegemeinden geholt hatte, stellte das schwul-lesbische Zentrum Weißenburg seine Räumlichkeiten spontan zur Verfügung – es liegt in der Nähe des Caritas-Gebäudes, in dem zurzeit 440 Flüchtlinge wohnen. Knapp die Hälfte folgte der Einladung zum Opferfest.

Moscheegemeinde soll Imam zurückgepfiffen haben

Laut Joachim Stein vom Vorstand des Weißenburg-Trägervereins habe der Imam kurz vor Beginn der Feier im Zentrum angerufen: "Er sagte, seine Moscheegemeinde habe ihm nicht gestattet, in unserem Zentrum das Fest zu eröffnen." Als Begründung habe er angeführt, dass das Opferfest an einem "unreinen Ort" stattfinde, so Stein.

Der Ditib-Verein, der Stuttgarts größte Moschee betreibt, kann sich den Rückzieher auf Anfrage nicht erklären. Der Vorsitzende befinde sich derzeit auf Reisen, er selbst habe von dem Vorfall nichts mitbekommen, erklärte der Stellvertreter Bahattin Akyildiz gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten". Wörtlich sagte er: "Ich kann mir das nicht vorstellen. Wir wären die Letzten, die so etwas absagen."

Stein bleibt jedoch bei seiner Darstellung. Der Vorstand des schwul-lesbischen Zentrums nannte die Absage des Imams eine diskriminierende Einstellung, "die in einer pluralen demokratischen Gesellschaft keinen Platz haben kann". Auch die Stuttgarter Muslime müssten sich überlegen, in welcher Gesellschaft sie leben wollten und ob "Ausgrenzung anderer Minderheiten aus religiösen Gründen darin Platz haben kann".

In der Lokalpresse wurde ebenfalls heftige Kritik an der Moscheegemeinde geübt. In einem Kommentar der "Stuttgarter Nachrichten" heißt es etwa: "Beim schwul-lesbischen Zentrum wird jedenfalls in Zukunft eine Menge Toleranz vonnöten sein, um erneut spontan zu helfen, wenn im Gegenzug Verachtung droht." (cw)

-w-

#1 ErinnerungAnonym
  • 02.10.2015, 21:18h
  • "die Moscheegemeinde Ditib hatte damit wohl Probleme."

    Nochmal zur Erinnerung:
    Die Ditib ist der Verein, der angeblich so fortschrittlich und weltoffen ist und der immer als der demokratischste der entsprechenden Vereinigungen gewürdigt wird.

    Dann will ich nicht wissen, wie die anderen drauf sind...
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#2 AuchNichtBesserAnonym
  • 02.10.2015, 21:23h
  • Beim nächsten Mal dann bitte eine Kommunion eines der Nachkommen der Initiative Familienschutz.

    Auf die Argumente wäre ich gespannt.
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#3 PinoAnonym
  • 02.10.2015, 21:30h
  • Angesichts des Leids der Flüchtlinge sollte man doch eigentlich jede Hilfe dankbar annehmen.

    Aber das Leid der Flüchtlinge war diesem Verein wohl egal und der Homohass war größer. Das sagt schon sehr viel aus.

    Wir sollten uns das merken:
    immer wenn wir auf die zugehen und sie mit offenen Armen und dialogbereit empfangen wollen, spucken die uns ins Gesicht. Ist ja nicht das erste mal - siehe Türkiyemspor, die verhinderten Gespräche in Berlin und Hamburg, etc. etc. etc. (queer.de berichtete).
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