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Eine Runde Mitleid
Kanye West fühlt sich als Hetero diskriminiert

Rapper Kanye West
- 7. Oktober 2015, 11:11h 2 Min.
Der Rapper und Reality-Star glaubt zu wissen, warum er als Modedesigner nicht gut ankommt.
Kanye West hat in einem Interview mit der Mode-Website Showstudio.com erklärt, dass er als Modedesigner diskriminiert werde – allerdings nicht wegen seiner Hautfarbe, sondern wegen seiner sexuellen Orientierung. "Ich fühle mich diskriminiert in der Mode-Welt, weil ich nicht schwul bin", sagte der 38-Jährige.
West hatte 2011 erstmals eine eigene Kollektionen entworfen und war von Kritikern dafür belächelt worden. Kürzlich trat er mit einer neuen Kollektion bei der New York Fashion Week auf.
Der Künstler beklagte in dem Interview auch, dass Schwule in der Musikindustrie diskriminiert werden würden. Es sei aber "großartig", wenn derartige Hürden überwunden werden könnten. "Jeder dachte ja beim Coming-Out von Frank Ocean, dass dies schlecht für seine Karriere sein würde", sagte West. Ocean, ein 27-jähriger Rapper aus New Orleans, hatte sich 2012 geoutet (queer.de berichtete). Offenbar mit Blick auf sich selbst fügte West dann hinzu: "Die Menschen, die Klischees überwinden, schreiben Geschichte".
West setzt sich seit Jahren gegen Homophobie ein
West hat in der Vergangenheit immer wieder Homophobie unter Rappern beklagt, wofür ihm queer.de 2005 den Homo-Orden verliehen hatte (queer.de berichtete). Zuletzt unterstützte er aber den republikanischen Kandidaten Ben Carson, einen erklärten Homo-Hasser (queer.de berichtete). West lobte Carson offenbar insbesondere deshalb, weil er der einzige schwarze Bewerber ist.
In den letzten Jahren sorgte West besonders in Klatschmagazinen durch seine Ehe mit dem Reality-Star Kim Kardashian für Aufsehen. Er ist inzwischen regelmäßig in der Serie "Keeping Up With the Kardashians" zu sehen.
In dieser Serie tritt er auch mit dem transsexuellen Reality-Star Caitlyn Jenner auf, die vor ihrem Coming-out über 20 Jahre lang mit Wests Schwiegermutter verheiratet war. West sagte in dem Interview, dass es ihm nichts ausmache, wenn sich deshalb andere über ihn lustig machten: "Das erste, was ich gedacht habe, war, dass sich die Moderatoren von schwarzen Radiosendern darüber lustig machen, weil schwarze Kultur generell homophob ist." Weiter sagte er: "Dann habe ich mir gedacht: 'Ist doch scheißegal, was die Leute denken. Scheiß drauf!'" Er sei stolz auf seine neue Familie. (dk)














