Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?24791

Erneut wird die Polizei den homophoben Protest mit einem Großaufgebot schützen (Bild: Demo für alle / flickr / by sa 2.0)

Während die Homo-Gegner für Sonntag Gabriele Kuby als Hauptrednerin ankündigen, ließen Unbekannte bereits ein CDU-Parteibüro in Regenbogenfarben aufgehen.

In Stuttgart kommt es am Sonntag erneut zu einem Schaulaufen von homophoben Aktivisten. Die Polizei erwartet bis zu 4.000 Teilnehmer bei der bereits achten Demonstration gegen den Bildungsplan im Ländle, die sich inzwischen auch gegen die Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare, gegen "die Gender-Agenda" sowie die "Sexualisierung unserer Kinder" richtet.

Organisiert wird die Demonstration von der "Initiative Familienschutz", die im Berliner Büro der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch angesiedelt ist und von Hedwig von Beverfoerde, einem CDU-Mitglied, geleitet wird (auch wenn das Impressum inzwischen eine Adresse in Magdeburg als Sitz benennt). Den ortsfremden Einsatz in Stuttgart hatte von Beverfoerde bei einer Tagung des Forums Deutscher Katholiken Ende Juli mit der "Kampagnenfähigkeit" im Ländle begründet (queer.de berichtete).

Eine der Hauptrednerinnen bei der Kundgebung ab 14 Uhr am Schillerplatz wird wieder die katholische Publizistin Gabriele Kuby sein, für die Homosexualität eine "Sünde" und "Blockierung der heterosexuellen Anziehung" ist, die man "heilen" könne (queer.de berichtete).

- Werbung -

AfD und Union eröffnen Wahlkampf


Die "Initiative Familienschutz" freut sich über die Unterstützung vom rechten Rand der Gesellschaft (Bild: Screenshot)

Mit dem Protest wolle man den "Wahlkampf-Herbst ordentlich einheizen", heißt es in der Ankündigung der "Demo für alle". Und so sind auch Parteien vertreten, die mit Homophobie Stimmen holen wollen. Für die AfD reisen an Anette Schultner (Bundessprecherin der "Christen in der AfD") und Andreas Schumacher (Bundesvorstand "Junge Alternative"). Die CSU-Basisbewegung "Konservativer Aufbruch" schickt ihren Sprecher David Bendels.

Und auch die CDU ist vertreten: Mit Christian Steck, dem Vorsitzenden der Jungen Union Rems-Murr, und mit Christoph Scharnweber vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Heilbronn. Zusammen mit den Arbeitskreisen aus Karlsruhe-Land, Mannheim und Stuttgart ist man Bündnispartner der Demo.

Schwarnweber hatte kürzlich bei einem ersten "Demo für alle"-artigen Protest in Warschau teilgenommen (queer.de berichtete). Von dort reist nun im Gegenzug die Organisatorin Magda Czarnik an. Weitere internationale Redner: Amedeo Rossetti de Scander (Anti-Gender-Bewegung in Italien), Leni Kesselstatt (Mitgründerin der "Familienallianz" in Österreich) und Guillaume Got (La Manif Pour Tous, Frankreich).

Die Einladung verspricht noch "einen ganz besonderen Gast" sowie christlichen Deutsch-Rap von "fil_da_elephant". Nach all den Reden zieht die Demonstration zum Staatstheater, wo eine Abschlusskundgebung folgen soll.

Wie vorherige Proteste wird die "Demo für alle" derzeit von vielen rechten Seiten beworben, so gab es auf dem Hetzportal "Politically Incorrect" dazu einen Werbebanner und einen Artikel. Die "Junge Freiheit" produzierte gar ein eigenes Promo-Video, das die rechte Zeitung auf Facebook verbreitete. Aus mehreren Regionen Deutschlands werden Protestler mit Bussen nach Stuttgart reisen, so hat die AfD Ravensburg eine Fahrt organisiert.

Youtube | Man wolle nicht, dass Kinder ihre sexuelle Identität in Frage stellen: So bewirbt die "Demo für alle" ihren neuesten Protest

Mehrere bunte Gegenproteste


Der Stuttgarter CSD ließ 20 Fahnenmasten auf dem Marktplatz mit Regenbogenflaggen bestücken (Bild: IG CSD Stuttgart e.V. / Twitter)

Bereits um 12 Uhr beginnt auf dem Schlossplatz eine erste Gegenveranstaltung, "Ein (r)echtes Problem", zu der u.a. mehrere linke und Antifa-Gruppen, Grüne Jugend, Jusos und Linksjugend, Die Partei und Piraten sowie ver.di aufrufen, auch der CSD Freiburg ist mit von der Partie. Nach Reden und Musik (ein Konzert von Jennifer Gegenläufer unter dem Motto "Glitzern gegen Homophobie" startet auf dem Platz schon um 11.30 Uhr) ist ein "Widerstand gegen den rechten Aufmarsch" geplant.

Zeitgleich zur "Demo für alle" lädt ein großes Bündnis ab 14 Uhr zum "Regenbogen für alle" auf den Marktplatz, der von "NO PEGIDA Stuttgart" organisiert wird. Zu dem Protestbündnis gehören mehrere LGBT-Organisationen, darunter der regionale LSVD und der Stuttgarter CSD. Nach Grußworten von Laura Halding-Hoppenheit (Kings Club Stuttgart) und Jürgen Kaufmann (Landesnetzwerk LSBTTIQ) sprechen u.a. Holger Edmaier (Projekt 100% Mensch), das Rosa Opossum, Alfonso Pantisano (Enough is Enough) und Kim Schicklang von der Aktion Transsexualität und Menschenrecht.

Mit weiteren kleineren Protesten gegen die Bildungsplan-Gegner und kleineren Ausschreitungen wird gerechnet. Bereits in der Nacht zum Freitag wurde das Heilbronner CDU-Parteibüro mit Farbbeuteln in Regenbogen­farben beworfen. Das Portal indymedia.org veröffentlichte dazu ein Bekennerschreiben von "Rechte Allianzen angehen!": "Mit der offenen Unterstützung einer rechten Massenbewegung auf der Straße hat die inhaltliche Nähe der Heilbronner CDU zu reaktionären und religiös-fundamentalistischen Massenbewegungen (…) eine neue Qualität erreicht." Dies bedürfe "des antifaschistischen Eingreifens".

-w-

-w-

-w-

#1 HinnerkAnonym
  • 10.10.2015, 11:32h
  • Wir brauchen einen starken Gegenprotest!

    Gibt es ihn nicht, wird das in der Öffentlichkeit und in den Medien so rüberkommen, als gäbe es eine breite gesellschaftliche Allianz gegen Bildungspläne und als sei die Mehrheit dagegen...

    Die anfängliche Fehleinschätzung, dass sich das von selbst erledigen würde und der Verzicht auf Gegendemos hat die überhaupt erst so stark gemacht. Wenn diese falsche Taktik weiter gefahren würde, würden sie noch stärker und ganz Deutschland überrollen...
  • Direktlink »
#2 Julian SAnonym
  • 10.10.2015, 11:38h
  • Diese Fanatiker werden da wieder mal vor keiner Lüge und keiner Fakten-Verdrehung zurückschrecken, um der uninformierten Mehrheit Angst zu machen und Hass zu schüren.

    Umso wichtiger ist es, dass wir all diese Lügen entlarven.

    Nein, es wird keine Pornos im Unterricht geben. Nein, es wird keinen Gruppensex im Unterricht geben. Etc. etc. etc.
  • Direktlink »
#3 HeinerAnonym
  • 10.10.2015, 11:49h
  • Immer mehr Menschen fallen auf die Lügen und Manipulationen der ewiggestrigen, vom Hass zerfressenen Homohasser rein.

    Hass ist wie ein Virus, der sich immer weiter ausbreitet und die ganze Gesellschaft vergiftet, wenn man nichts dagegen unternimmt.
  • Direktlink »