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Kommentare zu:
Shell-Studie: Deutsche Jugend wird toleranter


#1 MarcAnonym
  • 13.10.2015, 14:32h
  • Wobei man dazu sagen muss, dass es in den letzten 10-15 Jahren den genau gegenteiligen Trend gab.

    Wenn es jetzt also wieder ein bisschen besser wird, hat das immer noch nicht den Stand von vor 15 Jahren.

    Aber dennoch natürlich gute Nachrichten. Hoffentlich bleibt das ein langfristiger Trend und nicht nur ein kurzes Strohfeuer...
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#2 LebenskuenstlerProfil
  • 13.10.2015, 15:49hBerlin
  • Dass die Homophobie bei deutschen Jugendlichen wieder abnimmt ist sehr erfreulich.
    Dabei dürfen wir aber folgendes nicht übersehen:

    "In Deutschland sind homophobe Einstellungen unter Jugendlichen immer noch weit verbreitet. Dabei spielt der religiöse Hintergrund eine wichtige Rolle. So lehnen vor allem junge Muslime homosexuelle Lebensformen ab."

    Der gesamte Bericht der "Deutschen Welle" ist unter folgendem Link zu finden:

    www.dw.com/de/homophobie-unter-jugendlichen/a-15818169

    Es gilt also noch viel Aufklärung zu leisten und besonders in bestimmten "Communities" gezielt für Toleranz und Akzeptanz zu werben.
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#3 HennesAnonym
  • 13.10.2015, 16:06h
  • Antwort auf #2 von Lebenskuenstler
  • nee, in den letzten 5-6 jahren hat sich echt viel getan. wahrscheinlich auch wegen der vielen unschrillen outings ala westerwelle und hitzlsberger usw. früher gab es doch nur so schrilles extrem-theater um so simple sachen wie beziehungen oder fickereien zwischen männern. echt schrööcklich.
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#4 Patroklos
  • 13.10.2015, 16:29h
  • Schade, daß in den neuen Bundesländern immer noch viele junge Menschen Bedenken haben, eine türkische Familie zum Nachbarn zu haben. Da muß noch viel getan werden!
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#5 NicoAnonym
  • 13.10.2015, 16:48h

  • Bei jeder Befragung hat man das Problem, dass man nicht die wahre Meinung erfährt, sondern das, was gerade als akzeptable Antwort gilt.

    Wer tagtäglich homophobes Mobbing auf den Schulhöfen erlebt, weiß dass die Realität leider anders aussieht.
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#6 Bremen95Anonym
  • 13.10.2015, 17:18h
  • Ich kann nur lachen über die Menschen, die einen Rollback sehen. Es gab in den letzten Jahren keinen Rollback und den gibt es auch jetzt nicht.
    Ich bin 20, in meinem Umfeld weiß man seit Jahren von meiner Homosexualität und dies stößt auf völlige Akzeptanz, selbst bei Russen oder Italiener. Also hört mit diesem Schwachsinn auf.
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#7 boris2Anonym
#8 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 13.10.2015, 17:49h
  • Können wir bitte mal davon wegkommen, den Begriff "Toleranz" als etwas rein Positives zu betrachten?

    ***

    "Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen."

    Johann Wolfgang von Goethe

    ***

    Die Anerkennung nennen wir heute eher Akzeptanz.
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#9 LarsAnonym
  • 13.10.2015, 18:20h
  • Antwort auf #6 von Bremen95
  • Früher hatten die Menschen noch mehr Hoffnung, dass sich wirklich alles verändert, hier und auf der Welt. In der Nach-68er-Ära gab es schon eine unglaublich große optimistische Stimmung, ob es nun um Mondfahrt oder sexuelle Revolution ging. Wer sich vor 30 Jahren outete, war in gewisser Weise auch "freier" als heute, weil er die Erfahrung gemacht hat, wirklich alle gesellschaftlichen Normen trotz großer Anfeinung über Bord werfen zu können, egal wie schrill er gegenüber dem Mainstream war. Heute haben sich die Lebensstile der Homo- und Heterosexuellen viel mehr angenähert, die Emanzipationsziele sind kleiner, bürgerlicher geworden. Das ist für viele Ältere desillusionierend und erscheint ihnen als zu angepasst, arglos und daher als falsche Entwicklung. Als Mahnung kann man das gelten lassen. Freiheit muss man pflegen und erhalten.

    Trotzdem erscheint mir der Ton oft viel zu verbiestert. Schade. Manche Leute sind halt so: Auch wenn man unterdrückt war , früher war eben alles besser - auch die Zukunft.

    Ich persönlich reibe mir immer wieder die Augen, wie viel sich in der Gesellschaft, gerade in den Medien in den etzten zehn Jahren zum Positiven verändert hat, was ich in dieser Geschwindigkeit nicht erwartet habe. Deshalb sind auch die Aufschreie derer, die das gar nicht so gut finden, lauter geworden. Aber das sind Leute, die früher nicht mal das Wort "Sex"
    in der Öffentlichkeit in den Mund genommen hätten.
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#10 viel vieleAnonym
#11 man kann auchAnonym
#12 NickAnonym
#13 hugo1970Ehemaliges Profil
#14 LasseJProfil
  • 13.10.2015, 21:45hBerlin
  • Antwort auf #6 von Bremen95
  • "Ich kann nur lachen über die Menschen, die einen Rollback sehen."

    Für Dich ist Akzeptanz bereits eine als stabil erlebte Realität. Wer aber persönlich erlebt hat, wie komplett Homosexualität noch vor wenigen Jahrzehnten tabuisiert war, mit welcher Selbstverständlichkeit die sympathischsten Leute denen Du auf der Straße begegnest die widerlichsten Vorurteile über Schwule verbreiteten und wie Verachtung, Verfolgung und Kriminalisierung Menschen zerbrochen hat, der ist da einfach sensibler. Frag die Leute lieber nach ihrer Lebensgeschichte als über sie zu lachen, da hast Du mehr von (und sie auch).
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#15 Homonklin44Profil
  • 14.10.2015, 00:54hTauroa Point
  • Das könnte ja so schön klingen, wenn das bei solchen Umfragen immer gleich mit angegeben wäre, von wie vielen Antworten man da ausgeht, um das landesweit zu übertragen, bzw, nach Ost/West getrennt.

    Man möchte sich wirklich wünschen, dass das auch die Wirklichkeit beschreibt. Und dass man in der Zeit aufgewachsen wäre, vielleicht wäre man nicht zwangsläufig allein geblieben.

    Aber die Rollback-Tendenzen spürt man anderswo, es hängt wohl vom Mengenverhältnis ab, was man da für echt halten kann.
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#16 gatopardo
  • 14.10.2015, 12:16h
  • Antwort auf #14 von LasseJ
  • Bin selber nicht schlüssig, einen hier im Forum so oft propagierten Rollback zu vermuten, da es in meinem spanischen Umfeld in allen Altersgruppen völlig gleichgültig ist, wie man sexuell orientiert ist. Komme soeben vom Bodensee zurück und kann auch in deutschsprachigen Ländern keinerlei Homophobie ausmachen. Oh ja, an das Klima der dunklen Jahre erinnern sich Schwule meines Alters noch sehr genau und heute habe ich das Gefühl, dass man uns in westlichen EU-Ländern überhaupt nicht mehr diskriminiert. Man müsste nochmal 20 sein wie unser Freund aus Bremen, dann würde man über Vorbehalte dieser Art vielleicht ebenfalls amüsiert sein ?
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#17 brainy yearsAnonym
#18 LasseJProfil
  • 14.10.2015, 15:59hBerlin
  • Antwort auf #16 von gatopardo
  • Von einem sichtbaren Rollback würde ich nicht sprechen, aber es gibt schon einige junge Politiker, die erfolgreich versuchen, die Entwicklung zumindest aufzuhalten und das mit Argumenten tun, die ich für überwunden hielt. Ein Beispiel dafür ist der 28jährige Christoph Brzezinski, Landesvorsitzender der Jungen Union Berlin. Er ist Mitunterzeichner des Offenen Briefes gegen die "Ehe für Alle", in dem die Eheöffnung als ein "Eingriff in die Werte[!]ordnung" unserer Gesellschaft bezeichnet wird und in dem weiterhin behauptet wird, dass Lebenspartnerschaften gar "wesentlich" weniger stabil seien als Ehen zwischen Mann und Frau - und das, wo die Statistiken über Scheidungsraten von Ehen und Lebenspartnerschaften in Wahrheit das genaue Gegenteil aussagen. Dieser Brief, der auch von jüngeren Abgeordneten wie der 1974 geborenen Cornelia Seibeld oder dem 1978 geborenen Sven Rissmann mitunterzeichnet wurde, war erfolgreich, denn in der Tat entschieden sich die CDU-Mitglieder in Berlin in diesem Sommer gegen eine Eheöffnung. Dies hatte zur Folge, dass sich das Land Berlin nicht für die "Ehe für alle" einsetzt und es wurde in der CDU vielfach als Signal verstanden, die Abstimmung im Bundestag nicht frei zu geben, so dass eine Eheöffnung zumindest in dieser Legislaturperiode wahrscheinlich nicht stattfinden kann. Man kann also mit homophoben Ressentiments bzw. dem Verbreiten von Vorurteilen über homosexuelle Partnerschaften in Deutschland auch heute noch erfolgreich Politik betreiben. Ich glaube zwar, dass die jüngeren Mitunterzeichner ihre Unterschrift noch mal bereuen werden, wenn sie jemand in ein paar Jahren daran erinnern sollte, aber trotzdem bin ich "not amused".

    www.cduwannsee.de/lokal_1_1_14_Offener-Brief-zur-Ehe-fuer-al
    le.html
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#19 gatopardo
  • 14.10.2015, 17:47h
  • Antwort auf #18 von LasseJ
  • Tja, das stimmt schon alles und natürlich gibt es junge Reaktionäre. Es mag an meiner Wahrnehmung liegen, die sich in einem Freundeskreis abspielt, dem unsere sexuellen Neigungen vollkommen egal sind. Hinzu kommt, dass man als Rentner keinen Kontakt mehr zu Arbeitskollegen hat und im fortschreitenden Alter weitgehend darauf verzichtet, sich mit Spiessern auseinanderzusetzen, die jene "Werteordnung" propagieren, die uns ja allen bekannt ist.
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#20 saltgay
  • 15.10.2015, 10:56h
  • Wenn etwas wirklich überflüssig ist, dann ist es die Shell-Studie. Das ist ein bestelltes Gutachten, welches niemals rein negative Resultate bescheinigt, sondern stets regierungsamtlichen Optimismus verströmt. Ein weiterer Stimmungsmacher ist das Gutachten der GfK. Auch dort wird versucht die Volksmeinung in eine bestimmte Richtung zu lenken. Die Realität zeigt sich bei Pegida und den besorgten Bürgern. Das sind die wahren, die hässlichen, die immer gleich gebliebenen Deutschen.

    Man muss schon sehr viel schwäbische Kleingeistigkeit mit einem gehörigen Schuss Pietismus besitzen um eine positive Veränderung in der Geschichte nach 1945 zu finden. Wenn nämlich alles so wunderbar demokratisch und tolerant wäre, wieso kommt es dann zu solchen Pogromstimmungen und einer endlosen Geschichte um die absolute Gleichstellung der Ehe?

    In der Schule ist nun gerade wieder so ein Schwulenmobbing zu Ende gegangen. Nicht aus Einsicht, sondern weil die 9.Klasse in die Oberstufe wechselte und der Klassenverband aufgehoben wurde. In den unteren Klassen wird zwar immer davon gesprochen, dass schwul cool sei, man kokettiert damit "bi" zu sein, doch wenn jemand wütend wird, dann geht ihm die "schwule Sau" sehr locker von den Lippen. Mit einem Mal ist Schluss mit der Toleranz. Das ist die einfache pubertäre Wahrheit.

    Im Gegensatz zu den Siebziger Jahren ist diese Gesellschaft durch eine kurze Zeit der Öffnung zu mehr Demokratie stetig auf dem rechten Vormarsch in eine dumpfe Oligarchie der Großkonzerne. Da herrscht scheinbare Toleranz, solange wie Schwule über viel Geld verfügen, das sie auch schnell wieder ausgeben. Es ist nichts anderes als das Hegen und Pflegen der Konsumkühe, die sich dafür dann gern melken lassen. Aber, wehe, sie sind arm - dann sollen sie die Schnauze halten, keine Ansprüche stellen und still und demütig vor sich hin vegetieren. Sowas braucht auch kein Wahlrecht, meint Andre Lichtschlag, ein Sektenführer der Neoliberalen.

    Also Leute immer daran denken: "Wer sagt etwas und warum sagt er das?" Die Shell-Studie ist keine amtliche Untersuchung und selbst in Gutachten, die die Bundesregierung in Auftrag gibt, wird am Ende gelogen, weil die Regierung ihr unangenehme Tatsachen ins Gegenteil verdreht.
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#21 LasseJProfil
  • 15.10.2015, 12:40hBerlin
  • Antwort auf #20 von saltgay
  • "Man muss schon sehr viel schwäbische Kleingeistigkeit mit einem gehörigen Schuss Pietismus besitzen um eine positive Veränderung in der Geschichte nach 1945 zu finden."

    Das halte ich nun aber, gelinde gesagt, auch wieder für übertrieben. Was sich entscheidend geändert hat, das ist die Einstellung der Familien zu ihren homosexuellen Familienmitgliedern. Hier hat sich der Mainstream seit 1968 bis heute von fast kompletter Tabuisierung und / oder Ausgrenzung in Richtung vollständige Akzeptanz bewegt. Und innerhalb dieser Familien kann ich auch keinerlei Anzeichen für einen Rollback erkennen. Man sollte sie daher auch viel mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken, denn nichts wirkt besser und nachhaltiger gegen Homophobie und die Panikmache der "besorgten Eltern".
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#22 gatopardo

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