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Einzelkommentar zu:
Studie: Jeder 20. LGBTI wird aus Hass verprügelt


#6 AnonymAnonym
  • 18.10.2015, 09:31h
  • Ich wurde mit 17 Jahren auf einer Klassenfahrt nachts im Bett, im Tiefschlaf, von drei (oder vier) männlichen Mitschülern attackiert.

    Heute, 33 Jahre später, leide ich immer noch an einer Komplexen posttraumatischen Belastungsstörung und versuche vergeblich, diese aufzuarbeiten / zu überwinden.

    Mein Psychotherapeut, den ich seit 4 1/2 Jahren sehe, meinte letztens, als ich dieses Ereignis noch einmal konkret aufgriff, "aber Sie waren ja selbst mitverantwortlich dafür". Ich konnte nicht fassen, was er da sagte, und hakte nach "weil ich anders bin"? - "Ja, weil Sie anders waren."

    Ich denke, ich werde diesen Therapeuten nicht mehr weiter sehen. Das ist die gleiche Argumentationsebene wie "die Frauen sind doch selbst schuld, wenn sie vergewaltigt werden - sollen sie sich halt nicht so anziehen".

    Mich hat u.a. dieses Ereignis schwer aus der Bahn geworfen. Ich habe seit Jahrzehnten schwerste Schlafstörungen und jede Nacht Alpträume. Es helfen weder Psychotherapie noch Tabletten.

    Ach ja: den begleitenden Lehrer, ein Sportlehrer und Hetero-Macho wie aus dem Bilderbuch, scherte das alles nicht weiter. Meine Angreifer hatten keinerlei Konsequenzen zu befürchten. Dafür war ich für den Rest der Klassenfahrt dem Spott der Mitschüler_innen ausgesetzt. Opfer von Gewalt kann man gut verspotten, wenn sie zu verzweifelt sind, um sich irgendwie zu wehren.

    Eine solche Erfahrung wünsche ich keinem. Sie kann einem das ganze Leben kaputtmachen, wenn man eher sensibel ist.
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