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Überfall am Wahltag
Zürich: Vermummte stürmen Schwulenbar

Das "Les Garçons", wie es sich auf seiner Webseite präsentiert
- 19. Oktober 2015, 17:26h 2 Min.
Mit Schlägen und Pfefferspray griffen sechs Männer Besucher des "Les Garçons" an.
In Zürich haben in der Nacht zum Sonntag sechs maskierte Männer eine Schwulenbar an der Kernstraße gestürmt und Gäste angegriffen. Wie die Zeitung "Blick" berichtet, kam es zu dem Vorfall im "Les Garçons" um rund vier Uhr morgens.
"Sie attackierten uns Gäste und das Personal mit Faustschlägen, Gegenständen und Pfefferspray und beschimpften uns mit homophoben Parolen", sagte ein anonymer Zeuge der Zeitung. Die Polizei bestätigte den Vorfall; der Sachschaden betrage mehrere Tausend Franken. Anzeigen lägen aber noch nicht vor.
Möglicherweise wären die Angreifer Rechtsextreme gewesen, meinte der Zeuge. Die Männer hätten die Besucher der Bar auch mit Stühlen und anderem Mobiliar angegriffen, eine Fensterscheibe sei zerstört worden. Schwer verletzt wurde glücklicherweise niemand.
"Wir sind schockiert und bestürzt über den Angriff auf Gäste des Les Garçons", schrieb die Schweizer LGBT-Organisation Pink Cross am Montag in einer ersten Stellungnahme. Sie bat Zeugen und Opfer des Angriffes, sich bei ihr zu melden.
Die Schweiz nach der Wahl
Derweil überlegen LGBT-Aktivisten, wie sie das Wahlergebnis vom Sonntagabend deuten sollen. Bei den Parlamentswahlen konnte die rechtsnationale SVP ihre Position als stärkste politische Kraft im Land spürbar ausbauen, sie gewann 2,8 Prozentpunkte hinzu und landete bei 29,4 Prozent. Während auch die FDP um 1,3 Prozente auf 16,4 Prozent zulegte, gewann die Sozialdemokratische Partei (SP) nur 0,1 Prozentpunkte hinzu – sie liegt bei 18,8 Prozent. Jeweils rund ein Prozent Stimmen verloren haben die CVP sowie die Grünen, die Grünliberalen und die bürgerliche BDP.
"Für LGBT- und Menschenrechte war heute kein guter Tag", schrieb Pink Cross noch am Sonntag auf Facebook. "Das Parlament erlebt einen Rechtsrutsch." In einer näheren Analyse vom Montag heißt es, "der Wahlsieg von Mitte-Rechts" sei kein Votum der Schweizer Bevölkerung gegen LGBT-Rechte: "Gewonnen haben Ängste und Verunsicherungen vor Flüchtlingswellen, Ausländern_innen oder der Wirtschaftszukunft."
Pink Cross verweist darauf, dass sich in Umfragen große Mehrheiten für eine Ehe-Öffnung oder ein Antidiskriminierungsgesetz ergeben hätten – "auch ein konservatives Parlament wird diese Strömungen berücksichtigen müssen". Das Ausland zeige, dass auch konservative Parteien LGBT-Rechte aufgreifen könnten, ohne Stimmen zu verlieren.
"Für unsere Arbeit bedeutet der Rechtsrutsch eine noch stärkere Fokussierung auf unsere bisherigen sozialen und liberalen Partner_innen im Parlament", so Pink Cross. Deren Aufgabe sei es nun, "Allianzen mit FDP und CVP in Sachen Menschen- und LGBT-Rechte zu forcieren". Der SVP wäre "zu wünschen, dass sie sich den LGBT-Themen öffnet". (nb)















So hat es damals auch angefangen...
Pfui an alle Politiker und Kirchen, die mit ihrer Hetze dazu beitragen...