https://queer.de/?24867
- 21. Oktober 2015, 11:34h 3 Min.

Keegan Allen und James Franco (r.) posieren in ihrem "Kostüm" beim Dreh von "King Cobra" (Bild: instagram / jamesfrancotv)
Hollywood will die Geschichte des 2007 ermordeten Bareback-Produzenten Bryan Kocis verfilmen. Mit dabei sind auch die Stars James Franco, Christian Slater und Molly Ringwald.
James Francos Faszination mit schwulen Filmrollen hält an: In dieser Woche haben die Dreharbeiten für den Film "King Cobra" begonnen, der die Geschichte vom Mord des umstrittenen schwulen Pornoproduzenten Bryan Kocis erzählt. Neben Franco, der den Film produziert und selbst eine Rolle übernimmt, sollen laut "Event Films" unter anderem Hollywoodstar Christian Slater ("Robin Hood – König der Diebe") und Keegan Ellen ("Pretty Little Liars") mitspielen. Auf ihrer Twitter-Seite kündigte außerdem Achtzigerjahre-Teeniestar Molly Ringwald ("Der Frühstücksclub", "Pretty in Pink") an, eine Rolle bei "King Cobra" zu übernehmen.
Der Tod von Kocis hatte vor acht Jahren die Community schockiert: Der Gründer des schwulen Pornolabels "Cobra Video" wurde am 24. Juni 2007 in seinem Haus in Pennsylvania brutal ermordet. Weil das Haus nach dem Mord angezündet wurde, konnten ihn die Behörden nur anhand seiner Zähne identifizieren. Insgesamt wies der Körper 28 Messerstiche auf, außerdem war sein Hals fast vollständig durchtrennt worden.
Zunächst war unklar, wer als Täter in Frage kommt: Kocis war zu dieser Zeit höchst umstritten, weil er in seinen Filmen stets Bareback-Sex mit sehr jungen Darstellern zeigte. Er war mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten, da manche seiner Darsteller zum Zeitpunkt des Drehs noch keine 18 Jahre alt waren.
Als Täter wurden schließlich die beiden Pornodarsteller Harlow Cuardra und dessen Lebenspartner Joseph Kerekes verhaftet und jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt (queer.de berichtete). Grund für den Mord war offenbar, dass Cuadra für eine eigene Pornoproduktion am damals 18-jährgigen Darsteller Brent Corrigan interessiert war, der aber einen Exklusivvertrag mit Cobra Video hatte. Kocis musste offenbar sterben, weil er abgelehnt hatte, Corrigan aus dem Vertrag zu entlassen.
Disney-Star wird Bareback-Idol
Noch ist unbekannt, welche Rollen die prominenten Schauspieler im neuen Film übernehmen sollen. Am Dienstag wurde lediglich gemeldet, dass der 24-jährige Garrett Clayton Pornodarsteller Brent Corrigan spielen soll. Clayton ist in den letzten Jahren durch Disney-Produktionen unter amerikanischen Jugendlichen zum Star aufgestiegen, seinen Durchbruch hatte er mit dem Disney-Channel-Film "Teen Beach Movie".

Disney-Star Garrett Clayton, Ex-Pornostar Brent Corrigan
Auf Twitter erklärte der 28-jährige Corrigan, der sich seit fünf Jahren als seriöser Schauspieler und Regisseur versucht, dass ihm selbst eine Rolle als Berater für den Film angeboten wurde: "Ich sollte auch eine kleine Rolle spielen, habe das aber abgelehnt". Er wolle lieber eigene Projekte durchführen, "anstatt dabei zu sein, wie jemand anders die Ereignisse aufarbeitet, durch die ich als junger Erwachsener gegangen bin."
Bislang landete Corrigan mehrere Rollen in schwulen Low-Budget-Produktionen wie "Welcome in New York" oder "Truth" und führte Regie beim Sex-Thriller "Triple Crossed", der außerhalb der Szene kaum beachtet worden ist. Während seiner aktiven Pornozeit, die er bei Cobra als 17-Jähriger begonnen hatte, erhielt unter anderem einen Preis als "Best Twink Performer, Bottom". 2010 entschuldigte er sich dafür, Bareback-Filme gedreht zu haben, und wirbt seither für Safer Sex (queer.de berichtete).
Ein Starttermin für "King Cobra" steht bislang noch nicht fest. (dk)
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
02:45h, ZDFinfo:
Die Spur
Folge 93: Christliche Influencer mit rechter Agenda? – U.a. mit Jasmin Friesen, die sich immer wieder klar gegen Abtreibung und Homosexualität positioniert.
Doku, D 2026- mehr TV-Tipps »














Apropos Filme mit queerer Thematik.
Heute lief die der Film über ein lesbisches Pärchen " ich will dich" zur Prime Time um 20:15 Uhr in der ARD.
Sehr gut, je mehr queere Sichtbarkeit desto besser.
Aber im Vergleich dazu lief das TV Debüt des Films mit schwulem Pärchen " der freie Fall" in der ARD erst um 22:45 Uhr.
Ob es Zufall ist oder die ARD unterschiede zwischen lesbischer und noch tabubesetzterer schwuler Liebe macht, weiß ich nicht.
Aber das bei mann- männlicher Liebe prüder reagiert wird als bei weiblicher oder heterosexueller Liebe ist in unserer Gesellschaft, in der Männer schon schief angeguckt werden wenn sie Zuneigung zeigen oder Hand in Hand gehen, ja leider verankert.