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Widerstand gegen LGBT-Rechte
Düsseldorf: Hedwig von Beverfoerde spricht vor "besorgten" Eltern

Hedwig von Beverfoerde, hier in Hannover auf einer "Demo für alle" mit Megaphon, mobilisiert die Massen gegen LGBT-Rechte - nun auch in Düsseldorf
- 23. Oktober 2015, 15:01h 3 Min.
Die Organisatorin der "Demo für alle" tritt am Montag auf einer Veranstaltung des Elternvereins NRW gegen Aufklärung über sexuelle Vielfalt auf.
Von Norbert Blech
Auch in NRW regt sich zunehmend Widerstand gegen schulische Aufklärung über Sexualität sowie über Schwule, Lesben, Transsexuelle und Transgender. Wie Lokalzeitungen berichten, hat nun der Elternverein NRW für nächsten Montag zu einer Veranstaltung unter dem Titel "'Sexuelle Vielfalt' oder 'Gender' – schon gehört?" eingeladen.
"Die Sexualerziehung schon vom Kindergartenalter an in NRW wird immer häufiger dazu genutzt, Indoktrination zu betreiben", sagte die Vorsitzende des Elternvereins NRW, Regine Schwarzhoff, der "Rheinischen Post", die die Veranstaltungsankündgung unter die Überschrift "Eltern wehren sich gegen Sexualunterricht" stellte. Schwarzhoff weiter: "Kinder sollen zutiefst in ihrer Identität verunsichert und manipuliert werden – das ist unzulässig, und dagegen können Eltern sich wehren."
Die Veranstaltung findet ab 19.30 Uhr im Haus der Kirche statt; das Haus an der Bastionstraße ist laut eigenen Angaben "die Zentrale der evangelischen Kirche in Düsseldorf" und beherbergt auch das Büro der Superintendentin.
Von Beverfoerde mobilisiert den Widerstand

Bei einem Kongress in Fulda sprach von Beverfoerde kürzlich ausführlich über die "Kampagnenfähigkeit" beim Widerstand gegen Schulaufklärung und LGBT-Rechte
Während die "Rheinische Post" schreibt, dass der Elternverein "mit besorgten Eltern, Experten und Interessierten" diskutieren wolle, benennt die "Westdeutsche Zeitung" die Organisatorin der "Demo für alle", Hedwig von Beverfoerde, als Rednerin.
Die Mitarbeiterin der "Initiative Familienschutz" aus dem Haus der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch hatte bereits beim Kongress "Freude am Glauben" in Fulda vor wenigen Monaten ihre Bewegung in einem Vortrag vorgestellt (der Termin machte vor allem durch eine Todesstrafen-Äußerung des Bischofs Huonder Schlagzeilen, queer.de berichtete). Darin kritisierte sie die "Homo- und Genderbewegung" und sprach sich – mit Hilfe von Unwahrheiten und Übertreibungen – gegen Sexualkunde und Aufklärung über LGBT ebenso aus wie gegen eine Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben.
Beverfoerde hatte in dem Vortrag (Video-Mitschnitt) vor allem Wege genannt, wie sich Bürger zur Wehr setzen könnten: Mit Leserbriefen etwa oder mit einer Online-Petition gegen die Ehe für alle, die man noch verhindern könne. Auch wies sie auf Demonstrationen hin – bei der letzten "Demo für alle" vor zwei Wochen in Stuttgart hatte sie unter anderem einen Schwulen präsentiert, der enthaltsam leben wolle und Aufklärung über sexuelle Vielfalt deshalb ablehne (queer.de berichtete).
In Düsseldorf war erst im August die homophobe Buchautorin Birgit Kelle auf einer CDU-Veranstaltung aufgetreten (queer.de berichtete). Eine Veranstaltung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld über Sexualpädagogik und ihre Gegner mit Vertretern des Fachs im September (queer.de berichtete) hatte hingegen kein Interesse der lokalen und regionalen Medien gefunden.
Update 26.10., 15h: Protest geplant
Mehrere Gruppen, darunter die LAG Lesben, SchLAu und das Forum Düsseldorfer Lesben-, Schwulen- und TransGruppen, haben dazu aufgerufen, ab 18.30 Uhr vor dem Haus der Kirche (Bastionstraße 6) zu erscheinen, um "den Ausführungen von Freifrau v.B. unsere Wahrheit entgegenzusetzen". Das Haus der Kirche hat inzwischen verlauten lassen, nur Vermieter der Veranstaltung zu sein, und diese nicht mehr absagen zu können. Sie sei als Mitgliederversammlung angekündigt worden.














