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Appell gegen sexuelle Vielfalt
Wutanfall des Bischofs von Regensburg: "Kritik" an Homosexualität ist keine Diskriminierung

Bischof Rudolf Voderholzer, Mitglied der Glaubenskongregation, warnt vor einer "Wertschätzung" von Homosexualität (Bild: Bistum Regensburg)
- 24. Oktober 2015, 06:53h 3 Min.
In einem seitenlangen Elaborat empört sich Rudolf Voderholzer über einen moderaten Leitfaden der Bischofskonferenz zum "Gender Mainstreaming".
Von Norbert Blech
Nur zwei Tage, nachdem sich die Deutsche Bischofskonferenz für "harte und unbarmherzige Haltungen" u.a. gegenüber Homosexuellen entschuldigt hatte, erlaubt sich der erste deutsche Bischof wieder einen homophoben Ausfall.
Der Ende 2012 von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Regensburg ernannte Dogmatiker und Theologe Rudolf Voderholzer kritisiert auf der Webseite des Bistums einen Flyer zum Thema "Gender Mainstreaming" (PDF), der von den katholischen Arbeitsstellen für Männer- und Frauenseelsorge erstellt und am Donnerstag von der Bischofskonferenz verbreitet wurde.
Die Broschüre erklärt nüchtern, warum eine Gleichstellung von Mann und Frau aus kirchlicher Sicht geboten sei. Thema ist auch, dass es ein soziales Geschlecht durchaus gebe, dieses aber nicht komplett vom biologischen Geschlecht zu trennen sei. Man wolle zur "Versachlichung der Debatte beitragen", schreiben die Autoren, da die Auseinandersetzung zum Thema Gender oft "unfair geführt wird und mit Drohungen oder Diffamierungen daher kommt".
Bereits das war zuviel für Voderholzer: Der Flyer gebe keine Belege für diese Diffamierungen, kritisiert er, unterschlage aber, dass es gerade "die gendersensiblen Theologinnen und Theologen" seien, "die die Kritiker des Gender-Mainstreaming in die Nähe von AfD, Pegida und dem 'rechten Rand' bringen".
"Keine Wertschätzung einer homosexuellen Orientierung"

Mit Bildern wie diesem preist das Bistum Voderholzer auf seiner Webseite als volksnah. Eine andere Galerie zeigt ihn beim "Marsch für das Leben" in Berlin.
Voderholzer, von Papst Franziskus im Mai 2014 zum Mitglied der Glaubenskongregation ernannt, empört sich weiter, dass der Flyer in einem Nebensatz von der "Wertschätzung eines jeden Menschen unabhängig von der sexuellen Orientierung" als Ziel der Kirche spricht. "Das Diskriminierungsverbot, das auch gegenüber Homosexuellen gilt, beinhaltet keine Wertschätzung einer homosexuellen Orientierung", kommentiert er kühl. "Homosexualität darf also kritisiert werden und die Kritik ist noch keine Diskriminierung."
Der 56-Jährige meint weiter, es sei "naiv und irreführend" zu glauben, "dass das Gender-Mainstreaming eine Strategie ist, die zur Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern beitragen möchte". Vielmehr gehe es "um die soziale und politische Akzeptanz der Homosexualität und darüber hinaus um die Durchsetzung des Diversity-Mainstreaming, in dem alle sexuellen Orientierungen als gleichrangig gelten", und letztlich "um die Infragestellung der Heterosexualität als das Normale und Schöpfungsgemäße".
Zum Thema Intersexualität merkte der Bischof an, dass es sich dabei um einen "Defekt" handle, "der aber äußerst selten vorkommt".
Voderholzers Alternative: Reinste Hetze

Zwei sehr unterschiedliche "Gender"-Broschüren aus der katholischen Kirche. Der Bischof hat eine klare Präferenz.
Gläubige sollten statt dem kritisierten Flyer den "Leitfaden 'Gender-Ideologie'" (PDF) von "Kirche in Not" lesen, empfiehlt Voderholzer. In dem "Glaubens-Kompass" werden gleichgeschlechtliche Ehen als "Zerstörung der bislang gültigen familiären Ordnung" bewertet und der Begriff "Homophobie" kritisiert als "Totschlag-Argument gegen Andersdenkende, die praktizierte Homosexualität nicht als natürliche Form menschlicher Geschlechtlichkeit anerkennen".
Weiter heißt es in dem Werk, "Genderisten" wollten "jedwede sexuelle Orientierung – wie zum Beispiel Homosexualität; die Pädophilie ist in dieser Hinsicht zurzeit noch umstritten – als gesellschaftlich akzeptierte geschlechtliche Identität etablieren" und jede Orientierung als "völlig normal, gleichwertig und gleichberechtigt" festsetzen.
Das mutmaßlich von Gabriele Kuby inspirierte anonyme Büchlein meint noch: "Für die Genderisten gibt es keinerlei Geschlechtsidentitätsstörungen, sondern jegliche sexuelle Orientierung gilt ihnen als gleich gut und sollte daher auch ausgelebt werden." Damit würden Naturgesetze in Frage gestellt. "Kirche in Not", durch Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert mehrfach auf der "Demo für alle" vertreten, kritisiert sogar die Bundesregierung, weil sie sich im Koalitionsvertrag "anerkennend zu gelebter Homosexualität" äußere. Die Gender-Ideologie sei letztlich atheistisch – und "teuflisch".















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Rudolf Vorderholzer lebt in einer Parallelwelt und schert sich nicht, seine realitätsfremden Tiraden herauszuposaunen!