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  • 29. Oktober 2015, 09:47h 12 2 Min.


Die Kandidaten während der Debatte in Boulder (Colorado)

Der derzeit nach Umfragen führende republikanische Präsidentschaftskandidat weiß, wo der Feind steht: Amerika wird von Menschen zerstört, die ihn als homophob bezeichnen.

Zur besten Sendezeit fand am Mittwoch in den USA die bereits dritte republikanischen Präsidentschaftsdebatte statt, bei der die zehn führenden Kandidaten Journalisten Rede und Antwort standen. Das Thema Homosexualität spielte nur am Rande eine Rolle. Die einzige Frage zum Thema ging an Ben Carson, der derzeit laut Umfragen mit 27 Prozent das Feld vor Immobilienmogul Donald Trump anführt.

Der Moderator des Senders CNBC wollte wissen, warum Carson im Vorstand der Großhandelskette Costco sitzt, die von LGBT-Gruppen als homofreundlich eingestuft wird. Der Politiker empfand das als persönlichen Angriff und ging in seiner geliebten Opferrole auf:

Sie verstehen offenbar meine Ansichten über Homosexualität nicht. Ich glaube daran, dass unsere Verfassung jeden schützt, unabhängig von dessen sexueller Orientierung oder anderen Aspekten. Ich glaube auch daran, dass die Ehe eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist. Es gibt keinen Grund, warum man nicht fair zur Gay Community sein kann. Die sollten nicht automatisch annehmen, dass jemand, der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau ansieht, homophob ist. Das ist eine der Mythen, die die Linke unserer Gesellschaft aufzwingt. So machen sie Leuten Angst und bringen sie dazu, den Mund zu halten. Das ist, um was es in der P.C. (politisch korrekten)-Kultur geht. Das zerstört diese Nation. Wir, das amerikanische Volk, sind nicht unsere Feinde – unser wahren Feinde sind diejenigen, die uns entzweien wollen.

Natürlich wird der 64-Jährige von LGBT-Aktivisten dafür kritisiert, dass er tausenden gleichgeschlechtlichen Ehe-Paaren das Eherecht wieder entziehen will, aber das gehört bei den Republikanern derzeit noch zum guten Ton. Was die Aktivisten über Carson viel mehr entsetzt, sind die verrückten Sachen, die er sonst so sagt: So wirft er Schwulen vor, am Untergang Amerikas schuld zu sein, und vergleicht sie mit Kinderschändern (queer.de berichtete). Und er warnt eindringlich davor, dass die politische Korrektheit der Linken der direkte Weg zum Faschismus ist: Denn Hitler, so Carson vor einem Monat, sei nur an die Macht gekommen, weil es in der Weimarer Republik "zu viel politische Korrektheit" gab. (dk)

Wer starke Nerven hat, kann sich hier die ganze rund zweistündige Debatte ansehen:

-w-

#1 RobinAnonym
  • 29.10.2015, 12:31h
  • Klassischer Fall von Verfolgungswahn...
  • Direktlink »
#2 altem EuropäerAnonym
#3 umfeldAnonym