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  • 29. Oktober 2015, 13:39h 10 2 Min.

Einer der vorgeschlagenen Namen ist Johanna Elberskirchen, die sich vor einem Jahrhundert für Homo-Rechte engagiert hatte (Bild: UVK Verlagsgesellschaft)

Gegen die Stimmen der CDU will ein Berliner Bezirk "das Engagement von Frauen für die Akzeptanz von LSBTI-Personen und für sexuelle Vielfalt" mit der Neubenennung einer Straße würdigen.

Das Kommunalparlament des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg hat am Donnerstagnachmittag beschlossen, eine Straße oder ein Platz nach einer "weiblichen LSBTI-Person" zu benennen. In der Bezirksverordnetenversammlung stimmten neben den Antragsstellern der SPD auch Grüne, Linke und Piraten dafür, nur die CDU als kleinste Fraktion votierte dagegen.

Die geplante Umbenennung hatte bereits vergangene Woche für Aufregung gesorgt: B.Z.-Kolumnist Gunnar Schupelius kritisierte die geplante "Verschärfung" der Quotenregelung bei der Straßenbenennung (queer.de berichtete). Das Parlament hatte zuvor bereits entschieden, eher Frauen bei Straßennamen zu berücksichtigen, da sie in diesem Bereich extrem unterrepräsentiert seien. Mit dem aktuellen Antrag soll "das Engagement von Frauen für die Akzeptanz von LSBTI-Personen und für sexuelle Vielfalt eine angemessen Würdigung finden".

Das Bezirksamt muss nun bis zum April 2016 entscheiden, wie der Beschluss umgesetzt wird. Für eine Benennung würde sich nach einer Aufstellung des Tiefbauamts entweder eine Straße im Anschutz-Areal in Friedrichshain oder ein Gehweg an der Kirche zum Heiligen Kreuz in Kreuzberg anbieten.

Sieben Frauen zur Auswahl

Im SPD-Antrag wurden sechs Frauen vorgeschlagen, die nach einem Gutachten des Schwulen* Museums für eine Ehrung in Frage kämen: die Antifaschistin Freia Eisner, die Herausgeberin von Lesbenzeitschriften Selli (Selma) Engler, die lesbische Aktivistin Charlotte Hahm, die u.a. auch eine "Transvestitenvereinigung" mitgründete, die Aktivistin, Literatur-Professorin und Schriftstellerin Audre(y) (Geraldine) Lorde, die Autorin und Bildhauerin Christa (Kate) Winsloe sowie die Aktivistin Erna Hiller, die u.a. Vorstandsmitglied im "Bund für Menschenrecht" war.

Auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg wurde in die Liste auch Johanna Elberskirchen aufgenommen, die sich vor 100 Jahren in Berlin in der Sexualreformbewegung (Institut für Sexualwissenschaft) und in der Homosexuellenbewegung (Wissenschaftlich humanitäres Komitee/WhK) engagiert hatte. "Mit Benennung einer Straße nach Johanna Elberskirchen könnte deutlich gemacht werden, dass die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung in Berlin ihren Ursprung hat", begründete LSVD-Geschäftsführer Jörg Steinert die Erweiterung. (dk)

-w-

#1 zorniger gastAnonym
  • 29.10.2015, 16:36h
  • In meiner Heimatstadt gab es einmal einen Hindenburgplatz. Reichspräsident Hindenburg hat nicht nur A.H. zum Reichskanzler ernannt, sondern war zuvor auch auf Wahlplakaten der NSDAP zu sehen.

    Dieser Platz wurde dann (m.E. Gott sei Dank) umbenannt.

    Ratet bitte, welche Fraktion nicht nur dagegen war, sondern vielmehr sogar eine Rückbenennung angestrebt hat.

    Eine Partei, die nach wie vor Hindenburg als ehrenswürdig erachtet, kann mit queeren Straßenpatinnen und -Paten natürlich auch nichts anfangen.

    Wenn so etwas Konservatismus ist, finde ich Konservatismus zum Brechen.
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#2 ursusEhemaliges Profil
  • 29.10.2015, 18:36h
  • >"weibliche LSBTI-Person"

    s? also kommt auch ein weiblicher schwuler in frage? so viel queerness gab es selten in der politik.
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#3 GeorgGAnonym
  • 29.10.2015, 18:45h
  • Gibt es in Berlin nicht schon eine Hermann-Straße?
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