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Diskriminierendes Job-Inserat
Buchhalter gesucht, aber bitte "keine Tunte"

Ausgrenzung im Job-Inserat: Die Bewerbungen sollen per Email an goodjob@gmx.ch geschickt werden
- 31. Oktober 2015, 08:09h 2 Min.
Das Schweizer Schwulenmagazin "Display" macht in seiner November-Ausgabe Ausgrenzung in der Szene zum Thema – und druckt selbst eine diskriminierende Stellenanzeige ab.
"Zu alt, zu dick, zu arm, zu tuntig" – mit einem Interview beschäftigt sich das Schweizer Schwulenmagazin "Display" in seiner neuen Ausgabe mit "Ausgrenzung in der Family". Der Text sollte Pflichtlektüre für die eigenen Mitarbeiter sein: Denn im selben Heft wurde eine Stellenanzeige für einen Buchhaltungs-Assistenten veröffentlicht, in dem ein "ganz normaler Gay (keine Tunte)" gesucht wird. Als "Muttersprache" wird "Schweizerdeutsch" verlangt.
Nach Beschwerden u.a. des Schweizer DJs Luca Papini auf der Facebook-Seite des Magazins reagierte zunächst die Redaktion. Mit dem Inhalt der Anzeigen im Heft habe sie nichts zu tun, heißt es in einer Antwort auf einen User-Kommentar: "Die Display-Redaktion distanziert sich von diesem abwertenden Begriff, der in einer Last-Minute-Anzeige auftaucht. Er entspricht in keiner Art und Weise unseren Vorstellungen von der Art, in der in der Community übereinander geredet werden sollte."
Katastrophales Krisenmanagement

Auf dem Cover der November-Ausgabe wird das Interview zum Thema "Ausgrenzung innerhalb der Community" angekündigt
Ein Indiz, dass die Anzeige tatsächlich in letzter Minute ins Heft kam, ist der peinliche Tippfehler im Wort "Buchhaltung". Doch eine offizielle Stellungnahme, Erklärung und Entschuldigung des Magazins wurde bislang weder auf der Facebook-Seite noch auf der Homepage veröffentlicht.
Im Facebook-Thread zu anderen Themen reagierte allerdings auch Verleger Alexander P. Huser auf die zunehmende Kritik und sprach von einem "Fauxpas", der nie wieder vorkommen werde: "Das Inserat kam nach Redaktionsschluss und wurde von uns zu wenig kontrolliert – resp. ich war über den Inhalt nicht informiert." Er selbst hätte dem Kunden "sicher einen anderen Weg aufgezeigt".
Zu Konsequenzen im Verlag scheint die Veröffentlichung der diskriminierenden Stellenanzeige nicht zu führen: "Wo gearbeitet wird, passieren leider Fehler", meinte Alexander P. Huser – und reagierte in der Facebook-Diskussion zunehmend genervt: "Und klar kannst du in 35 Jahren 1 Million wohlwollende und kämpferische Worte zugunsten der Community schreiben. Das alles ist nichtig, wenn ein Inserent ein five-letter-word wie 'tunte' schreibt."
In Deutschland hat die Präventions-Kampagne "Ich weiss was ich tu" (IWWIT) bereits vor einem Jahr die Aktion "Jeder wie er will. Für mehr Akzeptanz in der Szene" gestartet. In Anzeigen und Bannern ist u.a. die Dragqueen Barbie Breakout mit dem Spruch "Seid tuntig!" zu sehen. (cw)















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