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Bischöfe einstimmig für Ehe für alle
Norwegens Kirche öffnet die Ehe für Schwule und Lesben

In Norwegens Kirchen dürfen sich ab 2017 auch Schwule und Lesben das Ja-Wort geben (Bild: flickr / Ben Salter / by 2.0)
- 2. November 2015, 11:46h 2 Min.
Knapp sieben Jahre nach der Ehe-Öffnung in Norwegen gibt die ehemalige Staatskirche ihren Widerstand gegen die Gleichbehandlung von Homo-Paaren auf.
Die zwölf Bischöfe der evangelisch-lutherischen Volkskirche von Norwegen haben sich am Freitag einstimmig dafür ausgesprochen, dass künftig auch gleichgeschlechtlichen Paaren kirchliche Eheschließungen gewährt werden sollen. Sie stimmten dafür, die Ehe-Liturgie dafür entsprechend anzupassen, wie Bischöfin Helga Haugland Byfuglien, die Präses der norwegischen Bischofskonferenz, mitteilte. "Das ist ein sehr wichtiger Tag für die Kirche", sagte die 65-Jährige.
Norwegen hatte bereits zum 1. Januar 2009 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet (queer.de berichtete). Allerdings lehnte die Volkskirche, der über vier Fünftel der Norweger angehören, bis vor kurzem die Ehe für alle ab, um eine Abspaltung von konservativen Christen zu vermeiden.
Als die gleichgeschlechtliche Ehe über die Jahre aber Normalität im skandinavischen Land wurde, nahm der innerkirchliche Widerstand immer mehr ab. 2013 befürworteten bereits acht der zwölf Bischöfe die Gleichstellung im Kirchenrecht (queer.de berichtete). Bei der darauffolgenden Synode wurde aber nur die Segnung von Homo-Paaren beschlossen – für Eheschließungen mussten Schwule und Lesben weiterhin zum Standesamt, während norwegische Pfarrer für heterosexuelle Paare die Funktion eines Standesbeamten übernehmen.
"Historische" Entscheidung
Die Gleichstellung wurde dieses Jahr vor allem von der "Åpen Folkekirke" (Offene Volkskirche) vorangetrieben, die vor einem Monat bei den Kirchenwahlen fast zwei Drittel der Stimmen gewinnen konnte. Dieses Ergebnis überzeugte offenbar auch die Bischöfe. Sturla Stålsett, der Vorsitzende der Organisation, nannte deren Entscheidung vom Freitag "historisch".
Jetzt muss die Synode im Frühjahr den Beschluss der Bischöfe noch absegnen. Die ersten Eheschließungen in der Kirche könnten dann 2017 stattfinden.
Die lutherischen Kirchen in Norwegens Nachbarländern haben bereits vor Jahren Schwule und Lesben bei Hochzeiten gleichgestellt: Die schwedische Kirche hatte 2009 die Ehe für Schwule und Lesben zugelassen, nachdem das Parlament die Ehe geöffnet hatte (queer.de berichtete). Dänemark hatte 2012 ein Gesetz zur Ehe-Öffnung beschlossen, in dem es heißt, dass Kirchen homo- und heterosexuelle Paare bei Hochzeiten gleichbehandeln müssen (queer.de berichtete).
Im Juni brachte der ehemalige Eurovision-Sänger Tooji das Thema der gleichgeschlechtlichen Eheschließung in der Kirche in die Schlagzeilen, als er ein Coming-out-Video veröffentlichte, das er in einer Kirche gedreht hatte. Der Osloer Bischof Ole Christian Kvarme kritisierte daraufhin den Sänger scharf, weil der Videodreh wegen der gezeigten Sex-Szenen nie genehmigt worden wäre (queer.de berichtete). (dk)















Ohne ein solches Gesetz wird das in der BRD nie was werden..
Die "Kirchen" muß man zur Einhaltung des Grundgesetzes und der Menschenrechte zwingen, und sie dazu entsprechend knebeln..