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Die Sexualität von Frauen ist laut den Forschern viel komplizierter als die vom Männern (Bild: flickr / Jason Hargrove / by 2.0)

  • 6. November 2015, 14:34h 15 2 Min.

Frauen, die sich für heterosexuell halten, fühlen sich sowohl von Männern als auch von Frauen sexuell angezogen. Das meinen zumindest britische Forscher in einer neuen Studie.

Eine Studie der Universität von Essex im britischen Colchester kommt zu dem Ergebnis, dass es praktisch keine Heterosexualität unter Frauen gibt. Demnach fühlen sich Frauen, die sich als Lesben identifizieren, vor allem von Frauen sexuell angezogen, während angeblich heterosexuelle Frauen sowohl von Männern als auch von Frauen erregt werden.

Der Studienaufbau war recht simpel: Die Forscher haben unter Führung des Psychologen Gerulf Rieger 345 Frauen pornografische Filme gezeigt, in denen sich entweder Frauen oder Männer selbst befriedigten. Die Wissenschaftler bestimmten dabei die sexuelle Erregung ihrer Probandinnen durch eine Messung im Genitalbereich und durch die Pupillenerweiterung.

Dabei kam heraus, dass lesbische Frauen keine oder kaum Erregung zeigten, wenn sie Männern beim Onanieren zusahen, aber sehr wohl bei Frauen. Angeblich heterosexuelle Frauen zeigten jedoch Erregung sowohl beim Betrachten von Männern als auch von Frauen.

Frauen "nie heterosexuell"

Studienleiter Gerulf Rieger zeigte sich von den Ergebnissen wenig überrascht. Er erklärte, dass der Prozess der sexuellen Erregung bei Frauen sehr kompliziert sei, während Männer einfacher gestrickt seien. "Auch wenn sich die Mehrzahl der Frauen als heterosexuell beschreibt, zeigen unsere Forschungsergebnisse eines deutlich: Wenn man betrachtet, ob sie sexuell erregt werden, sind Frauen entweder bisexuell oder lesbisch, aber nie heterosexuell", so Rieger.

Außerdem zeige die Studie, dass sich viele lesbischen Frauen zwar oft "männlicher" kleideten, aber nicht "männlichere" Verhaltensweisen an den Tag legen würden. Es sei daher von außen unmöglich, Frauen an ihrem Verhalten eine bestimmte sexuelle Orientierung zuzuschreiben.

Rieger: Kopf reagiert anders als der Unterleib

Rieger betonte jedoch, er glaube nicht, dass alle Frauen, die sich als heterosexuell identifizierten, eine Lüge lebten: "Das bedeutet vielmehr, dass bei vielen Frauen etwas anderes im Kopf passiert als im Unterleib. Wenn Sie mir sagen, dass Sie heterosexuell sind, werde ich Ihnen nicht widersprechen. Ich glaube Ihnen das."

Frauen unterscheiden sich in dieser Beziehung von Männern: In mehreren ähnlich angelegten Studien war bereits festgestellt worden, dass die meisten heterosexuellen Männer nur auf Frauen sexuell reagierten, aber nicht auf das eigene Geschlecht. Es gibt allerdings laut Studien viele Männer, die sich aus gesellschaftlichen Gründen als heterosexuell definieren, aber trotzdem andere Männer sexuell attraktiv finden – diese Männer kompensieren diesen Widerspruch häufig mit offener Homophobie, wie eine Studie aus dem Jahr 2012 zeigt (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 komischer VogelAnonym
  • 06.11.2015, 15:52h

  • Ich würde ja jetzt gern zusammen mit meinen Stammtisch Kumpels ein:
    "DAS WUSSTEN WIR SCHON ! *Rülps*" grölen...

    ... ABER: ich denke das kann man einfach nicht über alles über einen Kamm scheren.

    Die Existenz von Heterosexuellen Frauen abzustreiten ist genau so hirnrissig und grade so schon sträflich ignorant wie unsere geschätzten Lesbischen Mitbürger zu ignorieren und zu bagatellisiren.
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#2 Barbara VoglAnonym
#3 PhallosophAnonym
  • 06.11.2015, 16:47h
  • Frauen sind alle gern bi, aber ein Mann, der bi ist, kann nur schwul sein. Das ist doch der common sense in der Gesellschaft, der sich auch in der Computertomografie widerspiegelt.

    Das Außen formt dich, also form das Außen.
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