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  • 20. November 2015, 13:20h 58 2 Min.

Trotz der Gefahren greifen Schwule und Lesben gerne zur Zigarette (Bild: littlesourire / flickr / by 2.0)

Beim Konsum von Glimmstängeln gibt es einer US-Studie zufolge große Unterschiede aufgrund der sexuellen Orientierung.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat vor wenigen Tagen eine neue Studie über die Verbreitung von Zigarettenrauchern in der Bevölkerung veröffentlicht. Aus den Zahlen geht hervor, dass Schwule, Lesben und Bisexuelle eher zu Zigaretten greifen als Heterosexuelle. In der Umfrage wurden Angaben von insgesamt über 20.000 Menschen ausgewertet.

Der Untersuchung zufolge geht die Zahl der Raucher in den USA stetig zurück. Qualmten im Jahr 2005 noch rund 21 Prozent der Bevölkerung, waren es 2014 nur noch 17 Prozent. Unter schwulen und bisexuellen Männer rauchten aber 23 Prozent, unter lesbischen und bisexuellen Frauen waren es sogar 24,5 Prozent. Die Rate bei Heterosexuellen lag lediglich bei 16,6 Prozent (Männer: 19 Prozent, Frauen: 15 Prozent).

Auch bei anderen Gruppen maßen die Forscher Unterschiede: Besonders oft waren amerikanische Ureinwohner (29 Prozent), von Armut betroffene Menschen (26 Prozent) und Behinderte (22 Prozent) Zigaretten zugeneigt. Niedrige Raten wiesen dagegen über 65-Jährige (8,5 Prozent) und Asiaten (9,5 Prozent) auf.

Rauchen ist der "führende Grund für vermeidbare Krankheiten"

Die CDC kämpft bereits seit Jahren dafür, die Quote der Raucher zu senken. "Tabakrauch ist der führende Grund für vermeidbare Krankheiten und Tod in den Vereinigten Staaten", heißt es in dem Bericht. "Rauchen führt zu ungefähr 480.000 vorzeitigen Todesfällen und mehr als 300 Milliarden Dollar Kosten an Ausgaben im Gesundheitssytem und wegen verlorener Produktivität."

Die Studie bestätigt ähnliche Untersuchungen aus den vergangenen Jahren, in denen unter LGBT ebenfalls mehr Raucher waren als in der Allgemeinbevölkerung. Zu den möglichen Gründen zählt, dass Tabakfirmen gerade in Einrichtungen der schwul-lesbischen Szene werben würden. Außerdem lasse der Stress wegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität LGBT eher zum Glimmstängel greifen.

Nicht nur Zigaretten, auch Alkohol und andere – meist illegale – Rauschmittel sind unter LGBT besonders populär. So zeigte eine britische Studie, dass rund ein Drittel der schwulen und bisexuellen Männer binnen eines Jahres verbotene Drogen zu sich genommen hätten – und damit drei Mal so viel wie in der heterosexuellen Vergleichsgruppe (queer.de berichtete). (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Rauchst du Zigaretten?
    Ergebnis der Umfrage vom 23.11.2015 bis 30.11.2015
-w-

#1 goddamn liberalAnonym
#2 Johannes45Anonym
  • 20.11.2015, 15:12h
  • In der Tat leider rauchen gerade auch Schwule und Lesben in Deutschland zu viel.

    Mittlerweile habe ich mit Mitte 40 schwule Freunde an Lungenkrebs verloren, aber noch keinen einzigen schwulen Freund an AIDS, da es dort in meiner Altersgeneration gottseidank gut wirkende HIV-Medikamente gab.

    Die AIDS-Katastrophe der 1980er/frühen 1990er hat meine Altersgeneration und jüngere Generationen "nicht mehr getroffen".

    Ich habe einige HIV-Positive schwule Freunde, aber die leben mit den heutigen HIV-Medikamente gut.

    Aufgrund dieser Entwicklung halte ich Antiraucherkampagnen auf den CSDs und in der Szene für mittlerweile genauso wichtig wie Kampagnen gegen AIDS.
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#3 Andreas VAnonym
  • 20.11.2015, 18:03h
  • Mich überrascht es vor allem, dass gerade viele sehr auf ihr Äußerliches und jugendliches Aussehen bedachte schwule Männer die vorzeitige Alterung inklusive knittriger Raucherhaut und gelber Zähne in Kauf nehmen - von der extrem erhöhten Krebsgefahr ganz zu schweigen. Und morgendliches Abhusten ist und bleibt verdammt unsexy.
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