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Geschlechtergerechte Sprache
Grüne wollen den "Gender-Star" einführen

Die diesjährige Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen findet vom 20. bis 22. November in der "Halle Messe" in Halle (Saale) statt (Bild: gruene.de (CC BY 3.0))
- 21. November 2015, 09:48h 2 Min.
Die "Teilnehmer*innen" der Bundesdelegiertenkonferenz in Halle stimmen am Sonntag über einen Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache ab.
Keine Panik: Niemand soll gezwungen werden, künftig "Umerzieher*innen" oder "Zwangsbeglücker*innen" zu schreiben. Die Grünen wollen diesmal lediglich mit gutem Beispiel vorangehen, wenn sie an diesem Wochenende auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz in Halle vermutlich den "Gender-Star" in allen Parteidokumenten einführen.
Den Antrag (PDF), über den am Sonntagvormittag abgestimmt wird, hat der Bundesvorstand selbst eingebracht: "Bündnis 90/Die Grünen verwenden geschlechtergerechte Sprache, weil Sprache durch ihren großen Einfluss auf unser Denken und unsere Wahrnehmung die Gesellschaft mit formt", heißt es darin. "Wer nur von 'Ärzten', 'Anwälten' und 'Experten' spricht, fördert indirekt die Vorstellung, nur Männer seien gemeint. Das kann in Perzeptionsstudien nachgewiesen werden. Mit einer solchen Sprachwahl wird entsprechend auch das Denken über Geschlechter nachhaltig bestimmt."
Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle sichtbar machen
Bislang war in den grünen Veröffentlichungen meist von "Bürgerinnen und Bürgern" die Rede, künftig soll es jedoch "Bürger*innen" heißen. "Durch den Gender-Star werden […] Menschen mit einbezogen, die sich nicht in ein binäres System der Geschlechter einordnen können oder wollen und es wird (Selbst-)Definitionen Raum gegeben", heißt es in der Antragsbegründung des Bundesvorstands. "Transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen werden so nicht mehr unsichtbar gemacht und diskriminiert."
Während sich die "Bild-Zeitung" bereits auf Kosten von LGBT über den "Gender-Star" lustig macht, hat das Gendern selbst im Leitfaden des Grünen-Vorstands einige Grenzen: "Wir gendern grundsätzlich in allen Wörtern, jedoch nicht zweimal in einem Wort (Verbraucherschützer*innen statt Verbraucher*innenschützer*innen)." (mize)
Links zum Thema:
» Der Antrag zum "Gender-Star" als PDF












Die Wahlen zeigen es immer wieder, das viele Menschen Angst vor dem Fortschritt haben, sonst würden die Grünen mehr Stimmen kriegen.