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Gegen den neuen "Leitfaden für eine geschlechter­gerechte Sprache" gab es bei den Delegierten keinen nennenswerten Widerstand (Bild: gruene.de (CC BY 3.0))

  • 22. November 2015, 10:42h 43 2 Min.

In allen Parteidokumenten soll künftig nicht mehr von "Bürgerinnen und Bürgern", sondern von "Bürger*innen" die Rede sein.

Bündnis 90/Die Grünen haben am Sonntagvormittag auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz in Halle einen mutigen "Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache" (PDF) beschlossen. Nach nur kurzer Debatte stimmte eine große Mehrheit dem Vorschlag des Bundesvorstands zu.

"Bündnis 90/Die Grünen verwenden geschlechtergerechte Sprache, weil Sprache durch ihren großen Einfluss auf unser Denken und unsere Wahrnehmung die Gesellschaft mit formt", heißt es in dem Beschluss. "Wer nur von 'Ärzten', 'Anwälten' und 'Experten' spricht, fördert indirekt die Vorstellung, nur Männer seien gemeint. Das kann in Perzeptionsstudien nachgewiesen werden. Mit einer solchen Sprachwahl wird entsprechend auch das Denken über Geschlechter nachhaltig bestimmt."

Raum für (Selbst-)Definitionen

Bislang war in Veröffentlichungen der Grünen zumeist von "Bürgerinnen und Bürgern" die Rede, künftig soll es jedoch "Bürger*innen" heißen. "Durch den Gender-Star werden […] Menschen mit einbezogen, die sich nicht in ein binäres System der Geschlechter einordnen können oder wollen und es wird (Selbst-)Definitionen Raum gegeben", argumentieren die Grünen. "Transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen werden so nicht mehr unsichtbar gemacht und diskriminiert."

Im Vorfeld der Bundesdelegiertenkonferenz hatte der "Gender-Star" in einigen Medien für Spott gesorgt und Ängste vor neuen Vorschriften ausgelöst. Dabei soll der Leitfaden nur für eigene Dokumente von Bündnis 90/Die Grünen gelten. Niemand anderes soll gezwungen werden, das Sternchen zu benutzen.

Während die Ökopartei die Einführung des "Gender-Stars" in ihren detaillierten Parteitags-Mitteilungen auf Twitter und der Homepage verschwieg – wohl aus Angst, dass die Themen "Ökologisch wirtschaften" und "Klimaschutz" dadurch überlagert werden -, begrüßte Alexandra Pater, Beisitzerin im Bundesvorstand, den Beschluss in einem persönlichem Tweet: "Der Gender-Star ist durch und das Cis-Männer-Mimimi fand auch keinen Anklang. Großartiger Start in den Sonntag!" (cw)

 Update  11:52 Uhr: Doch keine Angst

Bündnis 90/Die Grünen haben unseren Tweet zum "Gender-Star" retweeted.

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    Ergebnis der Umfrage vom 21.11.2015 bis 04.01.2016
-w-

#1 PatroklosEhemaliges Profil
  • 22.11.2015, 12:10h
  • Eines ist den Grünen sicher: mit der Entscheidung haben sie Comedians und Karnevalisten eine gute Satirevorlage geliefert!
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#2 NachgedachtAnonym
  • 22.11.2015, 12:30h
  • Ganz ehrlich, das einfachste wäre, aus der deutschen Sprache die Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Substantiven und Bezeichnungen von Menschen wegzulassen, zumindest im Plural.

    Im Englischen gibt es auch nur "the citizens", und in vielen anderen Sprachen ebenso.

    Überhaupt sollte sich die Welt mal auf eine einzige Sprache für alle Menschen der Welt einigen und darauf umstellen, das wär das beste auf dem Weg zur Völkerverständigung, im wahrsten Sinne des Wortes. Englisch wäre ein guter Kandidat für die Weltsprache, die irgendwann ALLE Menschen muttersprachlich sprechen sollten. Ich kann jedenfalls den Sinn unterschiedlicher Sprachen nicht erkennen.
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#3 hugo1970Ehemaliges Profil