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NOZ-Interview
Maas fordert Reform des kirchlichen Arbeitsrechts

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) legt sich vorsichtig mit der katholischen Kirche an (Bild: Wiki Commons / Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0)
- 6. Dezember 2015, 09:03h 1 Min.
Bundesjustizminister Heiko Maas hat die Diskriminierung von lesbischen und schwulen Angestellten der katholischen Kirche kritisiert.
In einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) sagte der SPD-Politiker, "eine Änderung der Praxis der katholischen Kirche, Wiederverheirateten und Homosexuellen zu kündigen, ist absolut überfällig". Maas, selbst katholisch und als Kind Ministrant, bezeichnete die Notwendigkeit eines solchen Schrittes als "ganz klar".
Die im Mai beschlossene leichte Liberalisierung der Bestimmungen reicht dem Justizminister damit nicht aus. So müssen nach der novellierten "Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse" homosexuelle Gemeindereferenten oder Lehrer weiterhin mit Entlassung rechnen, da dort "erhöhte Loyalitätserwartungen" herrschten (queer.de berichtete).
Um die Diskriminierung zu beenden, könnte die Bundesregierung allerdings auch selbst etwas tun: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) räumt Religionsgemeinschaften derzeit weitreichende Sonderrechte ein. Eine entsprechende Ausnahme in Irland hat das Parlament der grünen Insel erst in der vergangenen Woche abgeschafft (queer.de berichtete).
Die katholische Kirche beschäftigt über 700.000 Angestellte in Deutschland. Die meisten dieser Arbeitsplätze werden teilweise oder ganz aus Steuergeldern und anderen allgemeinen Abgaben bezahlt. (cw)














