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- 9. Dezember 2015, 15:25h 1 Min.

Das Parlament von Victoria in Melbourne (Bild: Donaldytong)
Das Abgeordnetenhaus des australischen Bundesstaates Victoria hat am Mittwoch beschlossen, dass auch gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Volladoption erhalten. Damit ist mit Ausnahme des ländlichen Bundesstaates South Australia sowie dem Gebiet Northern Territory die Adoption in ganz Australien geöffnet worden.
In den letzten Wochen hatte es Streit um das Gesetz gegeben: Das Oberhaus des sechs Millionen Einwohner zählenden Staates hatte vergangenen Monat eine Ausnahmeregelung für religiöse Adoptionsvermittlungen eingefügt. Gleichbehandlungsminister Martin Foley kritisierte diese Ausnahme als "Müll". Am Ende musste er sie akzeptieren, da die Regierung ansonsten den Gesetzentwurf hätte zurückziehen müssen. Die einzige religiöse Adoptionsvermittlung in Victoria wird von der katholischen Kirche betrieben.
Die Öffnung der Adoption war eines der Wahlversprechen der sozialdemokratischen Labor Party bei den regionalen Wahlen im Jahr 2014.
In Australien gibt es seit Jahren eine Debatte um die Öffnung der Ehe. Der gegenwärtige Premierminister Malcolm Turnbull von der konservativen Liberal Party befürwortet zwar die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht, innerhalb seiner Partei gibt es aber noch Widerstand. Turnbull hat versprochen, nach den nächsten Parlamentswahlen einen Volksentscheid zum Thema durchführen zu lassen (queer.de berichtete). Die oppositionelle Labor Party spricht sich für die Ehe-Öffnung aus, ebenso wie drei Viertel der Australier. (dk)














