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Streit um Felix Rexhausen
Linke erstattet Strafanzeige gegen David Berger
- 9. Dezember 2015, 16:08h 3 Min.

David Berger kämpft seit Monaten gegen die Benennung eines Kölner Bahnhofvorplatzes nach dem schwulen Journalisten Felix Rexhausen (Bild: Wiki Commons / Jo Goede / CC-BY-SA-3.0)
Wegen Verunglimpfung eines Verstorbenen geht die LGBT-Gruppe der Linkspartei gegen David Berger sowie gegen "Pro Köln" vor. Hintergrund ist die Einweihung des Felix-Rexhausen-Platzes in Köln.
Die Landesarbeitsgemeinschaft Die Linke.queer NRW hat Strafanzeige gegen den ehemaligen "Männer"-Chefredakteur David Berger und die Wählergruppe "Pro Köln" erstattet. Das teilte die LAG am Donnerstag mit.
In der Anzeige geht es um Aussagen Bergers gegen den 1992 verstorbenen schwulen Journalisten Felix Rexhausen. So hatte Berger in der "Huffington Post" behauptet, der Mitbegründer der deutschen Sektion von Amnesty International sei ein "Sympathisant der Pädosexualität" gewesen und habe diese "verherrlicht". Dabei berief sich der schwule Theologe auf ein von Rexhausen unter Pseudonym veröffentlichtes Buch "Berührungen" aus dem Jahr 1969.
Es sei unerträglich, wie die Leistungen Rexhausens "nunmehr seit Monaten aus der politischen Rechten heraus diskreditiert werden", erklärte LAG-Sprecher Frank Laubenburg. "Obwohl es keinerlei Anhaltspunkte oder Hinweise für ihre Thesen gibt, rücken Berger und 'pro Köln' Rexhausen in die Nähe von Pädosexualität und setzen darauf, dass schon 'irgendetwas' hängen bleiben wird", so die gemeinsam mit dem Kölner Bundestagsabgeordneten Matthias W. Birkwald verfasste Erklärung.
Da sich Rexhausen nicht mehr selbst wehren könne, habe man eine Anzeige wegen der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbenber nach Paragraf 189 des Strafgesetzbuches bei der Kölner Staatsanwaltschaft gestellt.
Köln weiht am Freitag Rexhausen-Platz ein
Das Thema kam dieses Jahr auf, weil die Stadt Köln einen Platz direkt hinter dem Hauptbahnhof nach Rexhausen benennen möchte. Der Felix-Rexhausen-Platz soll an diesem Donnerstag um 11 Uhr eingeweiht werden. Vor Ort will dort die rechtsextreme Kleinpartei "Pro Köln" gegen die Benennung protestieren (queer.de berichtete). Inzwischen hat die Gruppe "Wir stellen uns quer" zur Teilnahme an der Einweihung aufgerufen, um sich den Rexhausen-Hassern entgegenzustellen. Das Motto lautet: "Gegen Pro Köln und ihre schwulenfeindliche Hetze" (Link zu Facebook). Berger hingegen hatte sich in einem Facebook-Kommentar bei "Pro Köln" für den "Einsatz" gegen die Ehrung bedankt.
Ursprünglich hätte der bislang namenslose Platz bereits am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, nach Rexhausen benannt werden sollen; der Termin wurde aber nach dem "Huffington Post"-Artikel Bergers verschoben. Nach einer Prüfung der Vorwürfe hatten alle Fraktionen der Bezirksvertretung grünes Licht für die Einweihung gegeben (queer.de berichtete).
Berger hatte das nicht davon abgehalten, in der "Huffington Post" und weiteren Kanälen weiter gegen die Platzbenennung anzukämpfen. Portale wie "Politically Incorrect" griffen die Berichterstattung Bergers auf und machten wie er gezielt die Grünen für die Benennung verantwortlich.
Der Bund lesbischer und schwuler Journalisten (BLSJ), von dem die Ehrung Rexhausens mit einem Platz ausgegangen war, hatte sich bereits im Mai in einer Stellungnahme dagegen verwahrt, "dass ein verdienter Autor auf dem Altar einer populistischen 'Vergangenheitsbewältigung' geopfert" werde. Auf queer.de rezensierte Micha Schulze das umstrittene Buch "Berührungen" und befand, es sei "eine selbstironische Hymne auf den promisken Schwulen und lesenswertes Spiegelbild der späten 1960er-Jahre – ganz bestimmt aber keine Werbung für Pädophilie". (dk)













