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Weiterer Kronbesitz auf dem Weg zur Gleichstellung
Guernsey will Ehe öffnen

Der Hafen von Guernsey. Wenn alle Inseln im Kronbesitz in Kürze die Ehe öffnen, könnte Nordirland das Schlusslicht der Region sein (Bild: Robert Linsdell, flickr, by 2.0)
- 10. Dezember 2015, 20:38h 1 Min.
Die britische Kanalinsel erkennt schwule und lesbische Paare rechtlich bislang überhaupt nicht an.
Das Parlament von Guernsey hat am Donnerstag die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare beschlossen. 37 Abgeordnete der "States of Guernsey", wie das Parlament heißt, stimmten für die Vorlage, auf die zu einem bislang unbestimmten Zeitpunkt ein ordentlicher Gesetzentwurf mit erneuter Abstimmung folgen muss, sieben dagegen.
Den Abgeordneten hatten auch Alternativvorschläge für die Einführung von Lebenspartnerschaften für nur gleichgeschlechtliche sowie für homo- wie heterosexuelle Paare vorgelegen. Im September hatte bereits Jersey eine grundlegende Vorentscheidung für eine Ehe-Öffnung getroffen (queer.de berichtete).
Die beiden Inseln mit ihren teils unbewohnten Nebeninseln kommen zusammen auf rund 165.000 Einwohner. Als Kronbesitz sind sie nicht Bestandteil des Vereinigten Königreiches oder der EU. Ein weiterer Kronbesitz, die Isle of Man mit 85.000 Einwohnern, soll auch noch im Dezember erstmals über eine Ehe-Öffnung abstimmen; im Oktober hatte sich der Regierungschef der Insel im Nordwesten Englands öffentlich geoutet (queer.de berichtete).
In Guernsey waren homosexuelle Handlungen noch bis 1983 verboten, ein unterschiedliches Schutzalter wurde erst 2012 abgeschafft. Ähnlich sah es in Jersey (1990/2006) und der Isle of Man aus (1992/2006). Manche obskure Sonderregelungen etwa über schwulen Sex auf Handelsschiffen sind offiziell noch nicht aufgehoben. (nb)













