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Die FDP-Politikerin Susanne Schneider schadet nach Ansicht der Schwusos mit populistischen Äußerungen Lesben und Schwulen (Bild: Bernd Schälte/Bildarchiv des Landtags Nordrhein-Westfalen)

  • 17. Dezember 2015, 09:23h 46 3 Min.

Die Äußerungen der FDP-Landtagsabgeordneten Susanne Schneider zum "Gender-Wahnsinn" sorgen für scharfe Reaktionen von den Schwusos. Schneider sieht sich dagegen als Opfer einer "links-grünen" Kampagne und erhält Unterstützung von Birgit Kelle.

Die Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwule in der NRW-SPD (Schwusos) wirft der liberalen Landtagsabgeordneten Susanne Schneider vor, mit ihren Äußerungen am rechten Rand zu fischen. Mit diesem "Populismus" schade sie Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen.

Die Schwusos reagieren damit auf den Vorwurf der FDP-Politikerin, dass die rot-grüne Landesregierung wegen ihrer Förderung der MädchenMusikAkademie "Gender-Wahnsinn" betreibe (queer.de berichtete). Erst wenige Wochen zuvor hatte Schneider zudem mit einem Fraktionskollegen eine Kleine Anfrage gestellt, in der sie die private Facebook-Äußerung eines jungen HIV-Positiven skandalisierte. Dafür erhielt sie von queer.de die Homo-Gurke und erntete Kritik von Aids-Hilfen.

Schwusos: Schneider entfernt sich vom bürgerlich-liberalen Ideal

Sascha Roncevic, medienpolitischer Sprecher der Schwusos, erklärte am Mittwoch: "Durch ihren Sprachgebrauch und ihre wahnwitzigen Szenarien entfernt sich Frau Schneider wohl nicht unbeabsichtigt vom bürgerlich-liberalen Ideal, das die FDP einst vertrat. Als Sprecherin ihrer Partei im Ausschuss für Frauen, Gleichstellung und Emanzipation müsste sie besser wissen, welche Geister sie da ruft. Die rechte, homophobe und frauenfeindliche Rollback-Bewegung missbraucht das Wort 'Gender', um hier alles hinein zu projizieren, was ihr zutiefst zuwider ist: Gleichstellung und eine vielfältige und liberale Gesellschaft."

Natürlich gehöre es zu einer Demokratie zu diskutieren, welche Projekte gefördert werden sollen. Schneider disqualifiziere sich aber, wenn sie Wissenschaft und Gleichstellung als "Wahnsinn" abkanzle. "Die Politik von Frau Schneider schadet dadurch nicht nur auch Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen. Ihr Gebaren macht auch Gruppierungen wie die sogenannten 'besorgte Eltern', 'Demo für alle' oder die AfD salonfähig", befürchtet Roncevic.

NRW-Schwusos-Chef Fabian Spies erklärte, Schneider diffamiere "mit ihren Entgleisungen nicht nur die Werte einer freiheitlichen Partei, sondern schießt gegen Gruppen, die Diskriminierung erfahren. Wer sich eines potenziellen Stimmengewinn wegen Gruppen wie AfD oder den sogenannten 'Besorgten Eltern' annähert, verliert als liberale Partei, die sich für Gleichstellung einsetzt, an Glaubwürdigkeit."

Schneider hält an #Genderwahnsinn fest


Schneider und die Autorin Birgit Kelle hatten sich mehrfach getroffen

Die Abgeordnete sieht sich dagegen als Opfer einer "links-grünen" Kampagne und hält demonstrativ an dem Ausdruck "Gender-Wahnsinn" fest. So erklärte sie am Mittwoch auf Facebook als Antwort auf einen queer.de-Bericht: "Großartig: Wenn man die links-grünen Thesen nicht vertritt und artig nachplappert, es wagt, Steuergeldverschwendung zu kritisieren, wird in diesem Land sofort versucht, einen in die rechte Ecke zu schieben.‪ #‎Genderwahnsinn‬".

Die Publizistin Birgit Kelle, die die Gleich­behandlung von Schwulen und Lesben als Diskriminierung Heterosexueller ansieht, empfahl darauf im Kommentarbereich: "Das Schema kommt mir bekannt vor…. da hilft nur eines: Weitermachen!". Schneider hat die Äußerung mit "Gefällt mir" markiert.

Die beiden Frauen kennen sich bereits: Schneider hatte Kelle zu einer Landtagsdiskussion geladen und auch in ihrem Büro empfangen, ein Bild davon postete sie auf Facebook. Die Politikerin war auch in einer Radiosendung Kelles zu Gast. (dk)

-w-

#1 herve64Ehemaliges Profil
  • 17.12.2015, 10:33h
  • Äh, ist die Alte wirlich von der FDP oder doch eher von der FPÖ?
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#2 David77Anonym
  • 17.12.2015, 10:36h
  • "Schneider sieht sich dagegen als Opfer einer "links-grünen" Kampagne"

    Immer wenn das Gerede von "Opfer von Links-Grün" kommt, weiß man, dass man richtig liegt...
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#3 Johannes45Anonym
  • 17.12.2015, 10:37h
  • Was die "Genderdebatte" mit LGBT-Themen zu schaffen hat, erschließt sich mir nicht, denn es geht um Gleichstellungsfragen zwischen Mann und Frau.

    Zwar bin ich klar für die Gleichstellung von Mann und Frau, aber das hat für mich Nichts mit LGBT-Themen zu schaffen und ist daher als Thema hier auf der Internetseite der Queer als Artikel verfehlt.

    Leider verkommt die Queer immer wieder in der Artikelauswahl zum Haus- und Hofberichterstatter der Partei der Grünen/Bündnis 90. Zwar mag ich die Grünen, aber diese einseitige Berichterstattung stößt mir doch wiederum sehr negativ auf.

    Und so warte ich darauf, dass Norbert Blech und Co. hier demnächst Artikel zum Atomausstieg und veganen Leben schreiben, weil sie meinen, dass dies auch LGBT Thema sind.
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