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Benito Raman wird in den nächsten Tagen wohl noch einige reuige Interviews geben müssen

  • 21. Dezember 2015, 22:22h 29 3 Min.

Benito Raman vom Erstligisten KAA Gent hatte über das Stadionmikrofon alle Brügge-Fans als "Homos" bezeichnet.

Der 21-jährige belgische Fußballprofi Benito Raman ist von seinem Club KAA Gent "auf unbestimmte Zeit" suspendiert worden, nachdem er am Sonntag nach dem Heimsieg gegen Kortrijk Fans des Rivalen Brügge, der zeitgleich ein Spiel verloren hatte, als "Homos" bezeichnet hatte.

Über das Stadionmikrofon hatte der Stürmer in Anspielung auf den Spitznamen der gegnerischen Fans geschrien: "Alle Bauern sind Homos." Die Szene war auch im Fernsehen übertragen worden.

Gent, das im Februar und März im Achtelfinale der Champions League auf Wolfsburg trifft, hatte den Spieler aufgrund der "komplett unangemessenen Äußerungen", die konträr zu den Werten des Clubs stünden, noch am Abend suspendiert.

Club entschuldigt sich bei LGBT-Community


Im letzten Herbst hatte der Club sein Stadion in Regenbogenfarben geschmückt, um mehr für die Akzeptanz von LGBT im Fußball zu tun

In der Stellungnahme verwies der Club darauf, dass Vielfalt und Toleranz zu seinen Grundwerten gehörten. Daher entschuldige man sich "zuallererst bei der Gay Community" und speziell bei schwulen Fußballfans, zugleich auch bei Landwirten und dem gegnerischen Club, zu dem man freundliche Beziehungen pflege.

Der Club habe für seine Aktionen zur Akzeptanz von LGBT viel inländisches und ausländisches Lob erhalten, so das Statement aus Gent weiter. Im letzten Jahr wurde etwa zu einem Heimspiel das Stadion in Regenbogen­farben beleuchtet, auch trugen die Spieler Regenbogenschnürsenkel.

Daher werde man auch mit LGBT-Organisationen über alternative "Strafmaßnahmen" nachdenken. Der Club kündigte zudem an, dem Spieler psychologische Betreuung zur Verfügung zu stellen.

Die Strafe beziehe sich auch auf weitere Verfehlungen des Spielers, sagte sein Trainer Hein Vanhaezebrouck in einem Interview; vor einigen Monaten hatte etwa ein abendlicher Kneipenausflug vor einem Spieltag für Schlagzeilen gesorgt. Er glaube nicht, dass Raman Schwule mit dem Spruch habe abwerten wollen und mehr als Fan denn als Spieler gehandelt habe, so Vanhaezebrouck. "Aber als talentierter Profi-Spieler muss er lernen, dass er eine Verantwortung hat". Nur so könne er ein Vorbild sein.

Youtube | Ein Mitschnitt des Vorfalls

Treffen mit LGBT-Organisation geplant

Raman hatte sich selbst am Sonntag auch via Twitter geäußert: "Nach dem Spiel habe ich Dinge gesagt, die einem nur während des Fußballs passieren. Außerhalb habe ich einen großen Respekt für alle Fans von Brügge".

Es folgten einige weitere Entschuldigungen, auch an "Menschen mit anderer Orientierung". Der FC Brügge twitterte zurück: "Entschuldigung akzeptiert."

Die LGBT-Organisation Çavaria zeigte sich erfreut über die Reaktion des Clubs, die stärker als die eigene ausgefallen sei. "Man merkt, dass es nicht länger akzeptabel ist, solche Äußerungen in der Öffentlichkeit zu machen. Das können wir nur begrüßen", so die Organisation. Inzwischen hat sie verlautbart, dass man ein Treffen mit dem KAA Gent und Benito Raman vereinbart hat. (nb)

#1 Julian67Anonym
  • 21.12.2015, 23:35h
  • Mit drakonischen Strafen wird nichts besser.
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#2 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 21.12.2015, 23:35h
  • "noch am Abend suspendiert."

    nur suspendiert?, lebenslange Sperre!!!!

    "Club entschuldigt sich bei LGBT-Community"
    ....
    "...und speziell bei schwulen Fußballfans"

    und was ist mit ungeouteten Spielern?
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#3 Klare KanteAnonym
  • 22.12.2015, 07:36h
  • Benito Raman hat mit seinem Statement das beste Beispiel für geistige Unreife gezeigt! Vor allem find ich es super, daß KAA Gent ihn suspendiert hat! Da sieht man, welchen Schaden zuviele Kopfbälle hier anrichten können! Das Perfide daran ist, daß er es auch noch über das Stadionmikrofon hinausgetönt und damit wahrscheinlich sich einen Shitstorm nun gegen sich ausgelöst hat! Auf seiner Facebookseite gibt es auch schon in Niederländisch verfaßte Feedbacks:

    www.facebook.com/RamanBenito/?fref=ts

    KAA Gent hat genau richtig reagiert; noch besser wäre es aber gewesen, dem Spieler nahezulegen, sich einen neuen Verein zu suchen! Aber nicht in Belgien, sondern in einem anderen Land oder die Fußballschuhe direkt an den Nagel zu hängen!
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