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Nach Überfall auf schwules Paar
Freiburg: 800 demonstrieren gegen homophobe Gewalt

Organisator Ireneus Frost, Dragqueen Betty BBQ und SPD-Stadtrat Walter Kröger (v.l.n.r.) führten die Demo an (Bild: Jonny Schuler)
- 9. Januar 2016, 10:41h 2 Min.
Trotz Regens beteiligten sich am Freitagabend rund 800 Menschen an einer Demo gegen die Angriffe zu Silvester – die Polizei spricht von einzelnen Taten.
Freiburg hat ein starkes Zeichen gegen homophobe Gewalt gesetzt: Trotz kurzfristiger Mobilisierung und kalten Regens demonstrierten am Freitagabend rund 800 Menschen gegen die gewalttätigen Übergriffe in der Silvesternacht.
Ein schwules Paar war am 1. Januar gegen zwei Uhr morgens vor dem Club "Bartasia" in der Kaiser-Joseph-Straße von Unbekannten zusammengeschlagen worden, einige Stunden später waren auch die stadtbekannte Dragqueen Betty BBQ und ein Begleiter beleidigt und attackiert worden (queer.de berichtete)
Die Demonstranten zogen vom Stadttheater u.a. durch die Kaiser-Joseph-Straße. Viele hatten Trillerpfeifen oder Regenbogenfahnen dabei. Auf Transparenten hieß es etwa "Für Emanzipation und Selbstbestimmung", in Sprechchören wurde "Homophobie ist keine Meinung" gerufen.
Schweigeminute vor dem Club "Bartasia"
Vor dem Club "Bartasia" gab es einen symbolischen Stopp mit einer Schweigeminute für alle Opfer homophober Gewalt. Der anderthalbstündige Zug endete mit einer Kundgebung und einem Kiss-Inn vor der Universitätsbiliothek.
"Wir versammeln uns hier, weil wir zum Ausdruck bringen wollen, dass Schwule kein Freiwild sind", erklärte Stadtrat Walter Kröger auf der Demo. Der offen schwule SPD-Politiker kündigte an, dass die Stadt im Frühjahr die Charta der Vielfalt unterschreiben werde.
Demo-Organisator Ireneus Frost, ein Freund des angegriffenen schwulen Paares, sprach gegenüber der "Mittelbadischen Presse" von einer "erschreckenden" Entwicklung: "Allein in meinem Bekanntenkreis wurden in den letzten Monaten sechs Leute angegriffen." Auch er selbst sei schon angepöbelt worden. "Tagsüber passiert eher weniger, aber nachts nehmen die Übergriffe stark zu."
Die Freiburger Polizei sieht dagegen nur einzelne Taten, kann jedoch keine genauen Zahlen zu homophoben Übergriffen in der Stadt vorlegen. "Wir führen keine Statistik über die geschlechtliche Gesinnung", erklärte Pressesprecherin Laura Riske gegenüber der "Mittelbadischen Zeitung".
Obwohl der Polizei Handy-Fotos der Angreifer vorliegen, kam es bislang zu keinen Identifizierungen und Anklagen. (cw)















Spannend in einem Land, in dem Menschen wegen ihrer "geschlechtlichen Gesinnung" (was immer das sei) staatlicherseits ermordet wurden.
Na ja, der Oktoberfestmörder von 1980 gilt ja auch bis heute offiziell als verirrter Einzeltäter.