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Für Kardinal Edoardo Menichell, dem Familienbeauftragten der italienischen Bischofskonferenz, haben die "Wünsche" von Lesben und Schwulen nichts mit Gleichberechtigung zu tun
- 10. Januar 2016, 15:05h 2 Min.
Die italienische Bischofskonferenz warnt vor Eingetragenen Partnerschaften und der Stiefkindadoption für Homosexuelle.
Italien ist das einzige westeuropäische Land in der Europäischen Union, das homosexuelle Beziehungen bislang rechtlich nicht anerkennt – und nach dem Willen der katholischen Kirche soll das wohl auch so bleiben. Die italienische Bischofskonferenz hat sich am vergangenen Donnerstag erneut gegen die von Ministerpräsident Matteo Renzi geplante Einführung eingetragener Partnerschaften ("Unioni Civili") ausgesprochen.
Vor allem die sogenannte Stiefkindadoption – die Möglichkeit, das leibliche Kind des Partners zu adoptieren – will die katholische Kirche verhindern. Es gebe kein Recht auf Kinder, erklärte Kardinal Edoardo Menichelli gegenüber der Tageszeitung "La Stampa", Kinder seien "kein Besitz". Der Familienbeauftragte der Bischofskonferenz befürchtete im Falle einer Legalisierung, dass Homosexuelle im Ausland von Leihmüttern ein Kind austragen und dieses dann von ihrem Lebenspartner in Italien adoptieren ließen.
Für Menichelli ist ein Adoptionsverbot für Lesben und Schwule keine Diskriminierung: Jede Person müsse unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung respektiert werden, sagte der Kardinal. Aber "nicht alle Wünsche sind Rechte, nicht alle Formen des Zusammenlebens können der Ehe gleichgestellt werden". Katholische Verbände und Organisationen haben bereits Unterschriftensammlungen und Demonstrationen gegen die "Unioni Civili" angekündigt.
Auch in der Regierungskoalition ist das Gesetz umstritten
Ein von der Senatorin Monica Cirinnà von der Demokratischen Partei (PD) erarbeiteter Gesetzentwurf zur Einführung eingetragener Partnerschaften liegt dem Parlament bereits seit Oktober vor (queer.de berichtete). Voraussichtlich am 26. Januar will der Senat darüber beraten – der Ausgang ist ungewiss. Für den 23. Januar haben LGBT-Organisationen zu Großdemonstrationen in mehreren Städten aufgerufen, um Druck auf die Regierung zu machen.
In der Koalitionsregierung von Ministerpräsident Matteo Renzi ist das Projekt umstritten. Während Renzis PD überwiegend hinter dem Vorhaben steht, lehnt die christdemokratische NCD die Stiefkindadoption strikt ab. Beide Parteien drohten bereits öffentlich damit, Stimmen aus der Opposition zu suchen, um die "Unioni Civili" zu beschließen beziehungsweise zu verhindern.
Bereits 2007 hatte die damalige Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi geplant, Lebenspartnerschaften einzuführen. Das Projekt scheiterte damals am Widerstand der kleinen katholischen Partei UDEUR, die damals einer Neun-Parteien-Koalition angehörte (queer.de berichtete). (cw)















Es ist egal, ob ein heterosexuelles Paar oder ein homosexuelles Paar ein Kind haben will - es sollte die Adoption aus Liebe und Bereitschaft zu Verantwort für den jungen Menschen machen und nicht weil es halt ein Prestige ist, ein Kind in der Partnerschaft zu haben; wie ein gemeinsames Haus, ein Auto oder ein Schmuckstück.
Alles andere was der italienische Pope meint ist schnurz egal, denn gerade diese Herrschaften verstehen am wenigsten was von Kinder erziehen und sich um Kinder sorgen.