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"Moralische Sittenlosigkeit"
Katar verbietet "The Danish Girl"

Der Film um Trans-Pionierin Lili Elbe (Eddie Redmayne, re.) und Ehefrau Gerda (Alicia Vikander) ist zu heiß für Katar (Bild: Universal)
- 12. Januar 2016, 11:30h 2 Min.
Das WM-Land hat Kinos untersagt, das Biopic über Trans-Pionierin Lili Elbe zu zeigen.
Das Kulturministerium des Emirats Katar hat am Montag laut "Doha News" erklärt, dass die amerikanisch-britische Co-Produktion "The Danish Girl" nicht mehr öffentlich aufgeführt werden darf. Der Film war diesen Monat in einigen Kinos in der Hauptstadt Doha angelaufen. Das hatte zu Online-Protesten geführt, in denen beklagt wurde, dass die Filmbiografie "moralische Sittenlosigkeit" zeige. Ein Hashtag gegen den Film stand zeitweise in den Twitter-Trends von Katar ganz oben.
Auf dem Kurznachrichtendienst schrieb das Kulturministerium am Montag: "Wir möchten Sie darüber informieren, dass wir die verantwortlichen Stellen kontaktiert haben und die Kino-Aufführung von 'The Danish Girl' ab sofort verboten ist. Wir danken Ihnen für Ihre unerschütterliche Wachsamkeit."
"The Danish Girl" ist am vergangenen Donnerstag auch in Deutschland angelaufen und erzählt die Geschichte von Lili Elbe, die sich Anfang der Dreißigerjahre als einer der ersten Menschen weltweit geschlechtsangleichenden Operationen unterzog (queer.de berichtete). Elbe wird vom britischen Ausnahmeschauspieler Eddie Redmayne dargestellt, der bereits im vergangenen Jahr einen Oscar für die Rolle des Stephen Hawking in "Die Entdeckung der Unendlichkeit" erhalten hatte. Die FSK hat "The Danish Girl" ab sechs Jahren freigegeben.
Geschlechtsanpassung und Homosexualität verboten
In Katar sind Geschlechtsanpassungen ebenso verboten wie homosexuelle Handlungen. Auf die gleichgeschlechtliche Liebe stehen im Emirat fünf Jahre Haft.
Das Land steht seit Jahren in der Kritik von LGBT-Aktivisten. Vor allem regte sich Widerstand, nachdem die FIFA vor fünf Jahren die Fußballweltmeisterschaft 2022 nach Katar vergeben hatte (queer.de berichtete). Daraufhin empfahl der inzwischen in Ungnade gefallene FIFA-Präsident Sepp Blatter schwulen Fußballfans, bei einem Katar-Besuch auf Sex zu verzichten (queer.de berichtete). Später entschuldigte sich der Schweizer für diese Äußerung (queer.de berichtete).
Internationale Organisationen beklagen, dass Katar auch in anderen Bereichen Menschenrechte verletzt. So würden Gastarbeiter, die die WM-Stadien bauen, wie Sklaven behandelt. Kritik gab es auch am Fußballverein FC Bayern München, der trotz der schlechten Menschenrechtslage derzeit sein Winter-Trainigslager in Doha abhält. (dk)
Update 01.02.16: Die Liste der Staaten aus dem Nahen Osten, die "The Danish Girl" nicht zeigen wollen, nimmt zu: Auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman, Bahrain, Jordanien und Kuwait haben den Film verboten.















Was anderes hätte mich auch gewundert. Es geht um eine queere Beziehung und ein Land was die Todesstrafe für Homosexuelle vorsieht ist über so einen Film bestimmt nicht "amused.